48
in Perſon Truppen nach Koeverden zu führen, ſo beauftragte er den geſchickten und tapfren Verdugo, zum Entſatze hin⸗ zueilen.
Eine Stunde von Koeverden, bei Emlich im Gebiete der Grafſchaft Bentheim, lagerte Verdugo mit 4000 erprobten Veteranen(Fußvolks), wozu noch 1800 Reiter aus den benach⸗ barten Beſatzungen ſtießen, und beſchloß über den Vegtfluß zu ſetzen, um hierauf die Truppen der Republik anzugreifen; den Belagerten ließ er Nachricht geben, daß er Koeverden am folgenden Tage entſetzen werde. Prinz Moritz, welcher gleich⸗ falls Verſtärkung erhalten hatte, ließ ſich durch die Nähe der feindlichen Truppen in ſeinen Operationsplänen nicht beirren, und zum Glück fingen ſeine Reiter jenen Boten, welcher Verdu⸗ gos Nachricht nach Koeverden bringen ſollte. Verdugo unter⸗ nahm in der Nacht vom 6. auf den 7. September den beabſichtigten Angriff, und bediente ſich dabei einer Kriegsliſt. Eine Abtheilung ſeiner Truppen hatte weiße Hemden über die Rüſtungen angethan, näherte ſich in dieſem ſeltſamen Aufzug jener Gegend des Lagers, wo ſich die Truppen des Grafen Hohenlohe befanden, und ſuchte ſie unter plötzlichem Sieges⸗ geſchrei zu überraſchen. Vergeblich! der Angriff wurde tapfer abgeſchlagen und die Feinde büßten dabei 300 Mann ein; Graf Wilhelm Ludwig wurde verwundet. Moritz vermied es vorſichtig, den Feind zu verfolgen und benahm ſich überhaupt äußerſt behutſam. Er ſetzte ruhig die Belagerung Koever⸗ dens fort, obwohl Verdugo faſt jeden Tag an der Spitze ſeines in Schlachtordnung ſtehenden Heeres erſchien, und ihn aus der vortheilhaften Stellung in den trefflichen Verſchanzungen zu einem Treffen auf freiem Felde herauszulocken ſuchte. Der Beſonnenheit, worin er beharrte, verdankte Moritz den Er⸗ folg, welchen er davon gehofft hatte. Verdugo ſah endlich


