Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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Nun glaubten die Staaten, und zwar insbeſondere die von Holland, man ſolle den Feldzug dieſes Jahres mit einem ſo bedeutenden Reſultat, wie die Eroberung jener wichtigen Grenzfeſtung zwiſchen Over⸗Iſſel, Friesland und Drenthe, be⸗ endigen. Dies ſchrieben ſie dem Prinzen Moritz, zugleich mit ausdrücklicher Berückſichtigung ſeines leidenden Zuſtandes;„er möchte ſich,“ riethen ſie ihm,„einige Ruhe gönnen; die Hitze zur Zeit der Hundstage ſei für die Heilung von Wunden ſehr ungünſtig.“ Moritz beachtete jedoch ſeine Wunde nicht und eilte von Steenwyk ſüdwärts nach der wichtigen Feſtung Koeverden, welche die Grenze von Drenthe nach Deutſch⸗ land hin deckte. Die Eroberung dieſer wohlvertheidigten Feſtung war deßhalb ſehr wichtig, weil er, im Beſitz derſelben, Grö⸗ ningen bedrängen konnte. Der Rath Wilhelm Ludwigs (des Statthalters in Friesland) gab hier den Ausſchlag. Da⸗ mit ihm aber während der Belagerung Koeverdens die Zu⸗ fuhr von Lebensmitteln nicht abgeſchnitten werden könne, war es nöthig, ſich zuvor der Grenzfeſtung Ootmarſum zu bemäch⸗ tigen, was denn auch gelang. In Koeverden befehligte Graf Friedrich van den Berg. Dieſer zog ſich in das Schloß zurück, wo er ſich, mit Proviant und Munition reichlich ver⸗ ſehen, beſſer vertheidigen zu können glaubte, und ließ den dar⸗ umliegenden Flecken niederbrennen. Moritz hatte jedoch erfahren, daß es im Schloſſe nur einen Brunnen gab und verſuchte es deßhalb, wiewohl vergeblich, denſelben verſiegen zu machen, ſo wie den Graben abzuleiten, woraus man— freilich nur mit Lebensgefahr— Waſſer holen konnte. Während Moritz ſo vor Koeverden lag, war der Herzog von Parma von ſei⸗ nem franzöſiſchen Feldzug zurückgekehrt und richtete ſein Haupt⸗ augenmerk darauf, Koeverden zu entſetzen. Da er es jedoch, ſeiner leidenden Geſundheit halber, nicht wagen konnte,