Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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mit der ganzen friſchen Fülle ſeines Talentes. Immer heller und glänzender ſtieg ſein Sternbild empor, während das ſeines Gegners erbleichend zum Untergang neigte. Moritz ganz Luſt und Kraft; Parma gebrochen und trüb. Moritz von den Schwin⸗ gen der Nationalbegeiſterung gehoben und getragen,— Parma ein von vergifteten Pfeilen getroffener Adler, der langſam nie⸗ derſinkt aus ſeiner hellen und kalten Sonnennähe, aber mit der letzten Kraft ſich noch in der Höhe zu erhalten ſtrebt!

In Begleitung der Grafen von Hohenlohe, Naſſau und Solms, des Kriegs⸗ und des Staatsrathes, verließ Moritz am 10. Mai den Haag. Er begab ſich an der Spitze ſeiner trefflich organiſirten Truppen(6000 Mann zu Fuß und 2000 zu Pferd) vor Steenwyk, deſſen Name uns zugleich die eigenthümliche Geſtalt Kornputs und die heldenmüthige Ver⸗ theidigung gegen Rennenberg(v. d. Jahren 1580 und 1581) ſowie zugleich die allzueilige Uebergabe an die Königlichen in's Gedächtniß zurückruft. Am 28. Mai erſchien Moritz vor Steenwyk, welches die Königlichen, ſeit es in ihrem Beſitze war, bedeutend verſtärkt hatten. Anton Coquel war jetzt Kommandant der Stadt und ſuchte ſie, da er nicht für lange Zeit mit Pulver verſehen war, raſch durch Anlegung neuer Werke in dem Graben hinter den Palliſaden beſſer zu ſichern. Doch an Mor itz fand er gerade auf dieſem Felde der Kriegs⸗ kunſt einen Meiſter. Moritz, bei welchem ſich auch Graf Wilhelm Ludwig befand, verſchanzte ſich ganz vortrefflich, obwohl die raſche Vollendung der Laufgräben durch häufige Ausfälle der Belagerten aufgehalten wurde. Um ſowohl dieſe Arbeiten zu decken, als auch zu gleicher Zeit den Belagerten Abbruch zu thun, bediente ſich Moritz eines von Kornput erfundenen, hohen, hölzernen Thurmes, den man, weil er ſtatt der Naͤgel Schrauben hatte,„Schraubenburg“ nannte. Dieſe