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hut Gelderns anvertraut hatte, zum Entſatze herbeieilen würde. Dieſe Hoffnung zerrann indeſſen bald, und man erfuhr, daß der tapfre Verdugo, an deſſen gutem Willen allerdings nicht zu zweifeln war, ſeine Truppen nicht vollzählig habe, und ſich daher auch in keinen Feldzug einlaſſen konnte. Mittlerweile beſchoß Moritz, nachdem ſeine Aufforderung zurückgewieſen worden war, die Stadt auf's Heftigſte; Granaten und andre Zündgeſchoſſe brachten ſie in die äußerſte Gefahr und ſo verloren denn immer Mehre von den Bewohnern den Muth zu einem längeren Widerſtand; während zu gleicher Zeit die republika⸗ niſchgeſinnte Parthei zuſehends an Zahl und Einfluß wuchs und auch die Maſſe des Volks mit ſich für ein Einvernehmen mit den Staaten fortriß. Voll Erbitterung gegen den Magiſtrat, drang die Gemeinde tumultuariſch in das Rathhaus, und zwang denſelben, ſich nicht länger der Uebergabe zu widerſetzen. So wurde dieſe denn in kurzer Friſt(ſchon am 21. Oktober) abge⸗ ſchloſſen. Moritz geſtattete der Beſatzung freien und ehrenvol⸗ len Abzug, veränderte die ſtädtiſche Regierung und behielt ſich, für die Dauer des Krieges, deren jährliche Erneuerung vor. Die Katholiken hatten öffentliche Uebung ihres Gottesdienſtes verlangt, welche ihnen jedoch aus Vorſicht nicht bewilligt wurde, wie wir denn überhaupt bemerken, daß die Republik, ſeit dem Verluſte Flanderns und Brabants und der Reſtauration des Katholizismus in dieſen Provinzen, ſtrenger als früher darüber wachte, daß der letztere im Umfang der vereinigten Provinzen nicht feſten Fuß faſſen ſollte. Mehre deßhalb er⸗ laſſene Plakate ſind Zeugen dafür und den Grund derſelben muß man wohl vorzugsweiſe in dem Mißtrauen gegen eine ge⸗ heime Reaktion durch die Mönche, beſonders durch die Jeſuiten, ſuchen, welche letztere von den ſpaniſchen Niederlanden herüber dem Proteſtantismus auf jede mögliche Weiſe Abbruch zu thun


