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nach einer Belagerung, die nur fünf Tage gewährt, eingenom⸗ men. Der Graf von Solms beſetzte die gewonnene Stadt, und die Soldaten Moritzens erhielten das fruchtbare Waas⸗ land zur Plünderung, ſo daß ſich die Bewohner deſſelben dazu bequemen mußten, Brandſchatzung zu bezahlen. Doch der tapfre Mondragon, welcher Kommandant der Citadelle von Ant⸗ werpen war, bemeiſterte ſich gar bald der Schanzen und der Umgegend von Hulſt wieder. Die Folge davon war, daß die Bewohner des Waaslands den Truppen der Staaten die ſti⸗ pulirte Brandſchatzung jetzt nicht bezahlten. Solms behauptete übrigens Hulſt fortwährend für die Republik.
Kaum hatte Moritz durch die unerwartete Diverſion gegen Flandern die Auͤfmerkſamkeit der Feinde von Geldern ab⸗ gezogen, als er plötzlich nach dieſer von den königlichen Trup⸗ pen entblößten Provinz zurückkehrte. Er wollte die günſtigen Umſtände raſch benützen und Nymwegen noch vor dem An⸗ bruch des Winters in ſeine Gewalt bringen. Am 14. Oktober 1591 ſtand er denn mit einer Armee von 10,000 Mann wieder vor dieſer wichtigen Stadt. Zu Oſterholz führte ihm ſein Vetter Wilhelm Ludwig 12 Fähnlein aus Friesland zu und augenblicklich traf nun Moritz alle Anſtalten zur Belagerung. Er rechnete dabei auf jene Zwietracht der Bürger, wovon be⸗ reits die Rede geweſen, und welche ihm auch in der That zu Statten kam. Denn die republikaniſche Parthei gewann bei der großen Verarmung, welche in der Stadt eingeriſſen war und bei der ſteigenden Noth, gar bald das Uebergewicht über die königlichgeſinnte, welche durch die Erbitterung gegen Parma ohnehin viele Anhänger verloren hatte. Gleich⸗ wohl wurde die erſte Aufforderung Moritzens zur Uebergabe noch mit Trotz abgewieſen. Die königlichgeſinnte Parthei hoffte nämlich noch immer, daß Verdugo, welchem Parma die Ob⸗


