Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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Verdugo, welcher von ſeinem Plan Kenntniß erhalten und Koeverden ſowie Steenwy! beſetzt hatte, in den Vorſtädten Gröningens bereits wohl verſchanzt lag. Dieſer Umſtand, ſowie die Nachricht, daß der Herzog von Parma ſelbſt im An⸗ zuge ſei, um Gröningen zu entſetzen, veranlaßten Moritz, daß er nach ſechs Tagen mit ſeinem Heere wieder aufbrach. Gleichwohl verlor er den Plan, ſich Gröningens bei der nächſten günſtigen Gelegenheit zu bemeiſtern, nicht aus den Au⸗ gen. Auch überwältigte er bei ſeinem Abzuge die wichtige Feſte Delfzyl, durch welche der Dollart beherrſcht wird, und ließ deren Werke bedeutend verſtärken. Dadurch war für ſeine Zwecke einſtweilen ſchon Viel gewonnen. Verdugo hingegen nahm Slogteren ein, wodurch er ſich die Kommunikation von Weſtphalen nach der Bourtange öffnete.

Inzwiſchen war der Herzog von Parma, welcher Brüſſel am 20. Juni verlaſſen hatte, in der That auf dem Wege nach Gröningen geweſen. Doch der ſchlechte Zuſtand der Straßen hinderte ihn, und ſo entſchloß er ſich raſch, ſich nach der Waal zu wenden und die neue Feſte Knodſenburg zu belagern. Gerhard de Jonge, ein tapferer Offizier, vertheidigte die⸗ ſelbe mit 600 Mann und fügte dem Feinde dabei einen nicht unbedeutenden Verluſt zu. So z. B. büßte der Graf Ottavio von Mansfeld vor Knodſenburg das Leben ein. Inzwiſchen hatte Prinz Moritz, welcher nach ſeinem Abzug von Grönin⸗ gen die Uebermeiſterung Steenwyks im Auge gehabt, von der Diverſion gegen die Feſte dnodſenburg vernommen. Er eilte, die Beſchützung Frieslands dem wackren Grafen Wilhelm Ludwig übertragend, über Arnheim in die Betuwe, und gab den Belagerten durch Zeichen und Boten Nachricht von ſei⸗ ner baldigen Ankunft. Als Parma die erſten Geſchwader der feindlichen Reiterei wahrnahm, ſchickte er ſieben Kornetten gegen