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beiden Seiten; aber es gelang den Belagerten, den Sturm endlich abzuſchlagen. Moritz war dadurch keineswegs entmu⸗ thigt und traf Anſtalten zu einen zweiten Sturme. Da entſchloß ſich Graf Hermann van den Berg zur Kapitulation. Sie wurde am 10. Juni abgeſchloſſen und zwar unter denſelben Bedingungen wie die von Zütphen, welche überhaupt fortan ſo ziemlich den allgemeinen Maaßſtab gab. Moritz behandelte ſeinen Vetter ſehr freundſchaftlich, woraus die Spanier Argwohn gegen die Treue des Letzteren ſchöpften. Bei dieſer Belagerung hatte ſich eine romantiſche Epiſode ereignet. Ein alter Krie⸗ ger Alba's hatte nämlich den Junker Ryhove(einen Sohn des Genter Demagogen, zum Zweikampf herausgefordert und dieſer ihn angenommen. Belagerte und Belagerer ſehen dem ſeltenen Schauſpiel zu, wie der junge und der alte Krieger zum Kampf gegen einander treten. Zuerſt verſuchen ſie es ritterlich mit den Speeren. Sie fallen einander an, ſie wetteifern lange in wechſelſeitiger Geſchicklichkeit. Der Ausgang bleibt unent⸗ ſchieden. Da greift der erbitterte Veteran plötzlich zur Piſtole und ſchlägt auf den Junker an. In demſelben Augenblick holt dieſer mit dem Schwerte aus und haut ſeinem Gegner die Hand ab, ſo daß die Piſtole mit dieſer zugleich zur Erde fällt. „Ich bin beſiegt“ ruft der Veteran, und gibt dem Junker die goldene Kette, die er am Halſe trägt. Moritz, ein Zeuge des Kampfes, läßt den Ueberwundenen frei nach Deventer zurück⸗ kehren.
Freudigen Muthes wendete ſich Moritz von Deventer nach Friesland, um auch Gröningen anzugreifen, wozu ihn die Frieſen dringend aufgemuntert hatten. Sein Marſch war höchſt beſchwerlich geweſen, da er ſeinen Weg durch ein ſum⸗ pfiges Terrain nehmen mußte. Als er aber in die Nähe von Gröningen kam, ſah er, daß der eben ſo wachſame als tapfere


