Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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verproviantirt. Morr itz beſchoß ſie dreimal mit ſeinem ganzen Geſchütz und forderte ſie dann zur Uebergabe auf. Sie ver⸗ langte eine Friſt zur Berathung, und als Moritz eine ſolche nicht zugeſtehen wollte, ergab ſie ſich ihm am 30. Mai 1591. Die(600 Mann ſtarke) Beſatzung erhielt freien Abzug, die Stadt die Verſicherung, daß alle ihre Privilegien unangetaſtet bleiben ſollten; in Beziehung auf die Religion ſollte ſie allen Städten der vereinigten Provinzen gleichgehalten werden.

Nun rückte Moritz ohne Verzug von Zütphen vor die Stadt Deventer, welche nur drei Stunden nordwärts davon an der Iſſel liegt. Dort befehligte der muthige Graf Hermann van den Berg, ein Sohn jenes zweideutigen Grafen, den wir im Anfang dieſer Geſchichten kennen lernten, und Moritzens Vetter; die Stadt war ziemlich wohl verſehen und die Beſatzung ſtark, aber Moritz hatte erfahren, daß in derſelben Uneinigkeit herrſchte, indem die walloniſchen und die deutſchen Soldaten, aus welchen ſie zuſammengeſetzt war, immerdar Händel mit einander hatten. Hieraus ſchöpfte Moritz Hoffnungen, die Stadt überwältigen zu können. Er ließ durch ſeine Truppen alle Zu⸗ gänge beſetzen, zwei Brücken über die Yſſel ſchlagen und, nach⸗ dem er die Belagerten vergeblich zur Uebergabe aufgefordert hatte, die Stadt aufs Heftigſte beſchießen. Es glückte ihm, eine Breſche zu machen, und nun gebot er den Sturm. Die Eng⸗ länder in ſeinem Heere eilten den übrigen Truppen voran, und obwohl eine Brücke, die man über den Graben in der Eile ge⸗ worfen, zu kurz war, ſo daß ein ungemeines Gedränge entſtand, wagten die muthigen Engländer dennoch den Angriff. Schon drang ein Fähndrich in die Breſche, aber im nächſten Augenblick ſtreckte ihn eine Kugel zu Boden. Graf Hermann van den Berg, welcher Beweiſe der größten perſönlichen Tapferkeit gab, hatte dabei ein Auge verloren. Furchtbar wüthete der Tod auf