33
geeigneten Anſtalten dazu. Der Staatsrath lieferte gegen Ende des Jahres 1590 das Kriegsbudget für das folgende Jahr ein; es ergab ſich, daß die Staaten damals über eine Armee von ungefähr 20,000 Mann zu gebieten hatten, und daß man noch 3000 Mann zu Fuß und 300 zu Pferd bedurfte, zu deren Wer⸗ bung die Staaten bereitwillig die Koſten übernahmen. Eifrig betrieben ſie die Inſtandſetzung ihres Heeres zu einem An⸗ griffskriege. Sie rüſteten Kriegsgeräthe und Munition für
ihre verſtärkte Armee und nahmen Schiffleute in Sold, welche
das Geſchütz bedienen und es im Nothfall auf ſumpfigem Ter⸗ rain fortſchaffen ſollten. Uebrigens bewilligten die Staaten, wie ſchon früher der Republik Genf gegen den Herzog von Savoyen und dem König Heinrich IV. ſo jetzt dem Letzteren wieder eine bedeutende Geldunterſtützung, um welche er angeſucht hatte. Mit dem Frühling 1591 eröffnete nun Prinz Moritz, nach⸗ dem alle Voranſtalten aufs Solideſte und Umfaſſendſte getroffen waren, den Offenſivkrieg gegen die Spanier und damit zugleich eine neue glückliche Aera für die Republik. Mit 9000 Mann zu Fuß und 1600 zu Pferd zog er raſch ins Feld, ohne daß die Feinde es erwartet hatten. Sie ahnten ſeinen eigentlichen Plan, welcher auf die Eroberung der feſten Plätze an der Yſſel gerichtet war, um ſo weniger, da er, um ſie irre zuführen, den Anſchein genommen hatte, als wolle er gegen die Maas hin vorrücken, gegen Herzogenbuſch oder Ger⸗ truidenberg zu. Plötzlich machte er eine Wendung nach Züt⸗ phen hin, und der Ritter Franz Vere, Befehlshaber der engliſchen Truppen, bemeiſterte ſich(am 23. Mai) durch einen raſchen Ueberfall der dieſer Stadt gegenübergelegenen Schanze auf dem linken Ufer der Iſſel. Am anderen Tage erſchien Moritz plötzlich vor Zütphen, wo man ihn nicht er⸗ wartet hatte. Dieſe Stadt war nur ſchwach beſetzt und ſchlecht III. 3


