höflichere Antwort.„Die Spanier ſind es“(ſo lautete im Weſentlichen der ſchriftliche Beſcheid der Generalſtaaten vom 23. September 1590)„welche uns Niederländer gezwungen haben, die Waffen zu ergreifen. Wohl ſind die Grenzlande durch das Kriegsvolk geplündert worden, aber daran tragen die Staaten keine Schuld; man kennt ja den Uebermuth der Soldaten; ſelbſt die Befehlshaber vermögen es mit ihrem gan⸗ zen Anſehen nicht, denſelben zu zügeln. Wie es auch mit dem (überdieß zweifelhaften) Rechte, in Bezug auf die Schenken⸗ ſchanze beſtellt ſein möge,— dieſe wurde lediglich zur Ver⸗ theidigung der Grenzen errichtet. Deutſchland hat von der Armuth der Niederländer ſo wenig zu fürchten als von der Freiheit der tapferen Schweizer. Was endlich die freie Schifffahrt betrifft, ſo iſt das ſehr unrathſam in Beziehung auf die Stellung zum Feinde.“ Was die Grenzfeſtungen auf deut⸗ ſchem Boden anging, ſo hatte Parma erklärt, er würde die⸗ ſelben räumen, ſobald die Staaten ein Gleiches thäten; die Letzteren konnten ſich jedoch, aus wohlbegreiflichen Gründen, dazu nicht entſchließen. Somit blieben denn die Sachen auf dem alten Fuße, wiewohl Kaiſer Rudolf II. es an dringenden Ermahnungen zum Abſchluß eines Friedens mit Spanien nicht fehlen ließ. Die Republik nahm darauf keine Rückſicht, und zwar um ſo weniger, da ſie ſich durch aufgefangene Briefe überzeugt hatte, das Philipps tiefeingewurzelter Haß gegen die Proteſtanten noch immer in friſcher Kraft geblieben war.
Nun war der Zeitpunkt eingetreten, in welchem die Staaten den im vorigen Jahre ertheilten Rath des Grafen Wilhelm Ludwig von Naſſau, die bisherige Defenſive mit der Offenſive zu vertauſchen, beherzigten. Eliſabeth hatte ſie und den Prinzen Moritz dazu angeeifert und namentlich einen Einfall in Flandern angerathen. Man traf unverdroſſen die


