Grundſätze leiteten den jungen Prinzen und in dieſem Geiſte reorganiſirte er das Heer, begründete er eine ſtrenge Kriegszucht.— Jedes Regiment beſtand damals aus zehn Fahnen, jede Fahne oder Kompagnie aus wenigſtens hundert Mann mit dreizehn Offizieren, drei Schildknappen und drei Pagen. Moritz übte die Armee(ſowohl zu Fuß als zu Pferd) auf eine neue Art in den Waffen, zumal auch im Mitführen des Proviants und in den Schanzarbeiten. Aber die Hauptſtärke ſeiner Kriegskunſt be⸗ ſtand darin, daß er große Treffen ohne dringende Noth zu ver⸗ meiden, und dafür dem Feinde durch kleine Gefechte Abbruch zu thun bemüht war. Am bedeutendſten war ſeine Befähigung feſte Plätze zu belagern oder zu vertheidigen, hochwichtig bei der damaligen Artz Krieg zu führen, und bei der Natur des Landes. Daß nun Moritz durch Geiſt, Kenntniſſe und Cha⸗ rakter, verbunden mit friſcher Jugendkraft, dem Vaterlande vollkommen nützlich werden konnte, dazu trug auch noch ſeine einflußreiche Stellung weſentlich bei; bekanntlich vereinigte er mit den Statthalterſchaften von Holland und See⸗ land nach Nieuenaars Tode jene über Utrecht, Geldern und Over⸗Yſſel,*) womit zugleich die Würde eines ober⸗ ſten Feldherrn über die Landmacht für Holland und über ſämmtliche Flotten der vereinigten Provinzen verbun⸗ den war; in der Folge erhielt er auch in den übrigen Pro⸗ vinzen(bis auf Friesland und Gröningen) die höchſte ausübende Macht, auch in Kriegsſachen. Ein romantiſches Vorſpiel ſeiner künftigen Thaten für die Re⸗
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*) Die Statthalterſchaſt über Utrecht erhielt Moritz, vornämlich durch„ Oldenbarnevelds Bemühungen, im Februar 1590; ungefähr 3 um dieſelbe Zeit wurde er auch zum Statthalter von Over⸗Yſſel
erhoben. Erſt im Mai 1591 erhielt er ſeine Inſtruktion als Statt⸗
halter von Geldern und Zütphen.


