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Tod ſeines Vaters plötzlich aus dem ſtillen Leben für die Wiſ⸗ ſenſchaften mitten in den Kreis der politiſchen und kriegeriſchen Thätigkeit hinausgerufen, lernte Moritz unter allen Stürmen und Intriguen, durch welche die junge Republik während des vorherrſchenden engliſchen Einfluſſes bedroht war, ſeine Kraft ſtählen, ſeine Kenntniſſe anwenden, ſeine Umſicht erweitern. Er beſaß die meiſten Talente ſeines Vaters und ſeines Großvaters mütterlicher Seite, jenes berühmten Moritz von Sachſen, wenn auch nicht die ganze Seelengröße des Erſteren. Raſcher und ungeduldiger wallte ihm das Blut in den Pulſen; ſein junges Herz verlangte nach einem Befreiungskriege. Sein Verſtand durchſchaute das Geheimniß, wodurch ſein großer Gegner Parma das Glück an ſich gefeſſelt; Moritz hatte in den Bü⸗ chern der Geſchichte die Thaten der alten Helden erforſcht; aber ebenſo durchſchaute ſein ſcharfer, klarer Verſtand auch alle Ge⸗ brechen im nationalen Heere, und von Grund aus unternahm er es, dieſelben, der Natur des Landes und der Bevölkerung gemäß, zu heilen. Er war überzeugt, daß die Stärke eines Heeres nicht in der Zahl der Soldaten liegt, ſondern im Geiſte, der ſie beſeelt, daß nur dieſer Wunder verrichtet. Dieſer Geiſt iſt der Geiſt der ſtrengſten Ordnung, begründet auf Gehorſam einerſeits und auf Redlichkeit anderſeits. Moritz drang, wie ſein trefflicher Verwandter, Graf Wilhelm Ludwig, darauf, daß die Truppen guten Sold in richtiger Bezahlung erhielten. Nur, wenn ſie ſahen, daß man die Pflichten gegen ſie redlich erfülle, nur dann war auf ſie zu bauen; dann ließ ſich auf Mannszucht dringen. Solange der Soldat nicht aus Noth zu betteln oder zu plündern brauchte, ſo lang konnte er das Ehrgefühl nicht verlieren, und ſo lang ihn dies beſeelte, durfte man auch auf außerordentliche Anſtrengungen deſſelben in außerordentlichen Fällen ſicher rechnen. Solche Anſichten und


