Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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derm den Vorſchlag, die Soldaten durch einen anſehnlichen Lohn eifriger und bereitwilliger zu machen und dieſelben auch als Schanzgräber zu verwenden, was von großer Wichtigkeit in Be⸗ zug auf die Eroberung der von der keniglichen Parthei noch beſetzten Feſtungen im Norden war. Wilhelm Ludwigs Vor⸗ ſchlag fand jedoch vorzugsweiſe bei den ſtädtiſchen Magi⸗ ſtraten Widerſpruch, welche es für rathſamer hielten, die Lande durch Anlegung neuer Feſtungswerke gegen die Angriffe der Feinde beſſer zu verwahren, als die von den Feinden allerdings meiſtens ſchwach beſetzten Grenzfeſtungen zu erobern. Die Staaten beriefen ſich darauf, wie unglücklich bereits mehre Ver⸗ ſuche in früheren Jahren, die Offenſive zu ergreifen, abgelaufen waren, wogegen ſich jedoch die Einwendung machen ließ, daß damals auch die Verhältniſſe für die Provinzen keineswegs ſo günſtig geweſen waren, wie jetzt. Wenn man nun auch 1589 Wilhelm Ludwigs Vorſchlag noch nicht für unausführbar hielt, ſo überzeugte man ſich doch ſchon im nächſten Jahre von dem Vortheil, die Offenſive zu ergreifen. Uebrigens beſaß die Republik auch den rechten Mann, um einen Angriffskrieg zu leiten; dieſer Mann war Prinz Moritz von Oranien. Moritz ſtand damals in der Blüthe und Fülle ſeiner ju⸗ gendlichen Kraft. Auf der vaterländiſchen Hochſchule Leyden, wo er erzogen worden war, hatte er ſeinen klaren durchdringen⸗ den Geiſt, unter Leitung des trefflichen Simon Stevin aus Brügge, des damals berühmteſten Mathematikers in den Nieder⸗ landen, vorzugsweiſe mit der Mathematik und allen auf die⸗ ſelbe begründeten Wiſſenſchaften innig befreundet. Sein ange⸗ borenes Genie für die Kriegführung, welches durch perſönlichen Muth geſtützt und von dem ausgezeichnetſten Talent für das Fach des Staatsmannes begleitet war, erhielt durch das eifrige Studium jener Wiſſenſchaften eine ſichere Richtung. Durch den