Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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fluſſe vollendete die ſchmähliche Demüthigung des ſchwachen Königs. Doch plötzlich raffte ſich dieſer empor und beſchloß, ſeine Autorität durch einen blutigen Gewaltſtreich zu retten; denn es galt ja nicht blos ſeine Krone allein, es galt auch, wie er glaubte, ſeine Freiheit, ja ſein Leben. Ein würdiger Schüler ſeiner Mutter Katharina, deren Namen ewig mit dem des großen Proteſtantenmordes in der Bartholomäusnacht zuſammen⸗ genannt werden wird, ließ er, wiewohl ohne deren Wiſſen, den Herzog von Guiſe in ſeinem Vorzimmer ermorden(er ſelbſt hatte den Verſchworenen die Dolche dazu ausgetheilt), deſſen Bruder, den Kardinal Ludwig von Guiſe im Gefängniſſe. Der dritte Bruder, der Herzog von Mayenne, war glücklich entflohen. Heinrichs M. Mutter erſchrack heftig, als ſie die Kunde dieſes Mordes erhielt; ſie ſtarb am 5. Januar 1589. Furchtbar waren die Folgen der That für den König ſelbſt. Die liguiſtiſche Parthei eiferte jetzt ganz offen gegen ihn, und von den Kanzeln berab predigte man die Ermordung eines Ty⸗ rannen(Heinrich III. war damit gemeint) als ein verdienſt⸗ liches Werk; rief man laut zur Rache! Ganz Frankreich war durch furchtbare Anarchie zerriſſen; der König wurde von der hierarchiſch⸗revolutionären Volksparthei verabſcheut; der Herzog von Mayenne, der nach Paris kam, unter dem Jubel des Volkes als Generalſtatthalter des Königreiches anerkannt. Die hierar⸗ chiſch⸗demokratiſche Parthei hatte ihr Ziel erreicht. Dem ſchwa⸗ chen Könige blieb nun, wenn er ſich gegen dieſelbe behaupten wollte, nichts anderes mehr übrig, als, ſich mit der Gegenparthei, den Hugenotten, eng zu verbinden. So verſprach er ihnen denn feierlich Religionsfreiheit und ſchloß ſich aufs Engſte an den reformirten König Heinrich von Navarra an. Beide zogen nun ihre Truppen zuſammen und führten ſie gegen Paris. Da ermordete im entſcheidenden Augenblick ein fanatiſcher junger