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kränkte Parma ſchickte jenen Richardot(Präſidenten von Artois) nach Spanien an den Hof, um ſich durch denſelben rechtfertigen zu laſſen, und ſchnell ſetzte man nun dieſe Sendung mit Parmas Reiſe nach Spaa in Verbindung. Man behauptete, er habe ſich gefliſſentlich aller Geſchäfte entbunden, bis Richardot zurückkäme; der Zweck, ſeine Geſundheit herzuſtellen, ſei blos erdichtet gewe⸗ ſen. Ueberhaupt bewährte ſich damals die alte Erfahrung, daß man, wenn ſich einmal gegen einen hochgeſtellten Mann verſchiedene Umſtände vereinigt haben, um ſeinen Sturz herbei⸗ zuführen, auch den geringſten, der gänzlich außerhalb ſeiner Berechnung liegt, dazu benützt, um ihn gegen ihn zu verwen⸗ den. Ein ſpaniſcher Offizier, Namens Juan Moreo hatte dem Könige in Chifferſchrift eine Menge Beſchwerden gegen Parma mitgetheilt; und wenn man bedenkt, wie Philipp II. eine eigene Superiorität darin ſuchte, alle ſeine Diener ſtets genau zu kon⸗ troliren, wie er in dieſer Beziehung Feind gegen Feind, Neben⸗ buhler gegen Nebenbuhler vernahm, wie er deßhalb mit wahrhaft erſtaunlicher Thätigkeit Hunderte von Schreiben wechſelte, ſo kann man wohl annehmen, daß ihm auch dieſe geheime Mitthei⸗ lung Moreo's von Wichtigkeit geweſen. Sie wurde jedoch auf⸗ gefangen und ſiel dem Prinzen Moritz in die Hände, welcher ſie durch den gewandten St. Aldegonde entziffern ließ und dann dem Herzog von Parma zuſchickte. Es ſchien beinahe, als ob dieſer dem Feinde durchaus nichts zu verdanken haben wolle; wenigſtens nahm er, Moritzen gegenüber, auch nicht die mindeſte Notiz von jener Mittheilung, welcher er vielleicht auch andere Motive unterlegte. Als aber jener Moreo bald darauf plötzlich ſtarb, und zwar kurze Zeit nachher, nachdem ihn Parma zu einem Gaſtmahl geladen hatte, ſo benützten die Feinde des Letzteren dieſen Umſtand, um Moreo's Tod der Rache Par⸗ mas unterzuſchieben und man ſprach geradezu den ſchlimmen


