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die belgiſche Ariſtokratie konnte das Uebergewicht des Statthalters noch nicht recht verſchmerzen, eines Statthalters, der auf Standesprivilegien vielleicht weniger Rück⸗ ſicht nahm, als es jener wünſchenswerth war. Sollte man dem Herzog von Parma die Noth Belgiens, ſeit es ſich wieder un⸗ terworfen, zum Vorwurf machen? Konnte man dies? War ſie ſeine Schuld? Freilich war die Noth des Volkes unbeſchreib⸗ lich; aber aus Urſachen, welche Parma weder herbeigeführt hatte, noch ungeſchehen machen konnte. Und litt denn auch eben die Ariſtokratie in gleichem Grade darunter wie das Volk? Die geiſtreiche Tochter Philipps II., die Infantin Iſabella unter⸗ richtete den Herzog von Parma von jener Anklagez; und dieſer verbannte den Herrn von Champigny in die Franche- comté. Würde Parma dies wohl haben wagen können, wenn er ſich wirklich ſchuldig gefühlt hätte? Ueber dieſelbe Angelegenheit er⸗ ging übrigens auch von einer andern Seite her ein Vorwurf gegen Parma. Der Herzog von Medina⸗Sidonia, deſſen Un⸗ fähigkeit das Mißglücken der großen Expedition gegen England verſchuldet hatte, ſuchte ſich dadurch zu rechtfertigen, daß er Parma anklagte, dieſer habe die Operation gehemmt, weil er die Flotte der Republik nicht vertrieben habe, welche den Hafen von Dünkirchen geſperrt hielt. Die Abſurdität dieſer Beſchuldi⸗ gung ergibt ſich nicht bloß durch die einfache Thatſache, daß Parma Alles aufgeboten hatte, um ſich mit der Armada zu vereinigen, ſondern auch durch Parmas erwieſenen Wunſch, Eng⸗ land zu erobern. Wenn nun gerade dieſer Wunſch die Urſache war, weßhalb Parma durch die dem Richardot er⸗ theilte Inſtruktion die Friedensverhandlungen zu hin⸗ tertreiben ſuchte,(wie eben Champigny anführte) ſo mußte das Biderſprechende beider Beſchuldigungen und die Schuldloſigkeit Parmas klar in die Augen fallen. Der tiefge⸗


