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Parma war im Laufe des Jahres 1589 ſchwer erkrankt. Man gibt verſchiedene Urſachen oder Veranlaſſungen dafür an. Insgemein ſchrieb man ſein Leiden dem Umſtande zu, daß er, als er nach Aufhebung der Belagerung von Bergen⸗ op⸗Zoom gen Mecheln ritt,(am 10. November 1588) geſtürzt und ins Waſſer gefallen war. Anderſeits glaubte man, ſein körperliches Siechthum ſei durch nagenden Mißmuth über das Mißlingen ſeiner Pläne in der letzten Zeit verurſacht worden, vornämlich über den ſchlimmen Ausgang der Armada und über die paſſive Rolle, die er unfreiwillig dabei geſpielt hatte, ſowie über die verunglückte Unternehmung gegen Bergen⸗op⸗Zoom. Seine Landsleute, die Italiener, glaubten ſogar, daß ihm die Spanier, aus Neid auf ſeinen wohlverdienten Ruhm ein ſchleichendes Gift beigebracht hätten. Dem ſei wie ihm wolle, die Blüthe von Parmas Kraft und Lebensmuth war verwelkt. Siechen Leibes, trüben Geiſtes, begab er ſich im Mai 1589 nach Spaa, um die Heilkraft des dortigen Geſundbrunnens zu verſuchen; dem alten Grafen von Mansfeld übergab er für die Zeit ſeiner Abweſenheit die Leitung der Kriegsangelegenheiten.
Hatte Philipp je einen wahrhaft treuen Diener, ſo war es gewiß dieſer Alexander Farneſe, den die Natur mit allen Eigenſchaften ausgerüſtet hatte, um ſeine Treue zu Philipp, die auf religiöſen Grundanſichten beruhte, durch die That auf das Glänzendſte zu beweiſen. So lange es einen Katholizismus auf Erden gibt, wird Niemand dem Herzog von Parma den Ruhm ſtreitig machen, daß er deſſen großartigſter Vertheidiger war. So lange es einen Abſolutismus gibt, wird ſelten ein Verthei⸗ diger deſſelben, dem die volle Macht in die Hand gelegt ward, die ſchwierige Sache deſſelben ſo menſchlich zu behaupten ver⸗ ſtehen, wie Parma, wenn er es vielleicht auch nur aus Klug⸗ heit that. Auf ſeinem Standpunkte leiſtete er jedenfalls das
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