Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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bei ein Funke in das Pulver fiel,) der Graf Nieuenaar, am 6. Oktober 1589, gerade ein Jahr nachdem er die Reſtauration zu Utrecht vollbracht hatte, und wenige Tage nachher, da er in Gemeinſchaft mit den Staaten von UAtrecht die ſtädtiſche Regierung erneuert hatte. Wir heben dieſen letzteren Umſtand hervor, weil er auf den Geiſt der Zeit ein Licht wirft. Nieu⸗ enaar hatte nämlich Anfangs behauptet, daß die gewöhnliche Erneuerung der ſtädtiſchen Regierung ihm allein(als Statt⸗ halter der Provinz) zuſtünde. Die Staaten hingegen wi⸗ derſetzten ſich, indem ſie ihn daran erinnerten, daß ſie bei ſeiner Anſtellung zum Statthalter, eine beſondere Abkunft deßhalb mit ihm geſchloſſen, von welcher ſie nicht ablaſſen wollten; ſie ver⸗ ſicherten jedoch, daß ſeine Autorität dadurch nicht im Mindeſten beeinträchtigt werden ſolle. Nieuenaar erkannte dies auch an, und ſo geſchah denn die Erneuerung der ſtädtiſchen Regie⸗ rung durch ihn und die Staaten von Utrecht gemeinſchaft⸗ lich. Die von Nieuenaar bekleideten Statthalterſchaften über Utrecht, Geldern und Over⸗Yſſel erhielt(1590) der Prinz Moritz, und dadurch wurden die Macht und der Ein⸗ fluß des Letzteren beträchtlich vermehrt.

So war nun die Republik der vereinigten Provinzen plötz⸗ lich zweier bedeutender Männer beraubt, von denen der Eine, Martin Schenk, vorzugsweiſe als kühner und kluger Heer⸗ führer, der Andre, Graf Nieuenaar, aber auch als Staats⸗ mann bedeutend war. Der Verluſt, welchen die Republik erlitt, und der ihr unter den früheren Verhältniſſen im höchſten Grade bedrohlich hätte werden können, wurde zu ihrem Glück durch die Unthätigkeit ihres gefährlichſten Feindes, des Herzogs von Parma aufgewogen; eine unfreiwillige Unthätigkeit, welche durch die Intriguen ſeiner Feinde und durch die Politik Philipps II. veranlaßt wurde.