Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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ergrimmt, die Ordnung wiederherſtellen; vergeblich wirft er ſich mit dem Degen in der Fauſt den Fliehenden entgegen und ſtößt dieſen und jenen nieder. Er kann das Schickſal nicht aufhalten. Zürnend ſpringt er endlich, da er alles verloren ſieht, in einen Kahn, um den Seinigen zu folgen; da ſchlägt das Fahrzeug um, und von ſeiner ſchweren Rüſtung hinabgezogen, verſinkt Martin Schenk in den Fluthen. So ſtarb der kühne Mann, der romantiſche Proteus des Krieges, in ſeinem vierzigſten Jahre. Erſt eine halbe Meile unterhalb der Stadt beim Dorfe Oſter⸗ holz, wo die enteilten Schiffe die Anker auswarfen, vermißten die Soldaten ihren tapfren Feldherrn. Die Nymweger aber, die nach Befreiung der Stadt auf der Waal umherfuhren und mit Netzen und Enterhaken nach Menſchen und Beute fiſchten, zogen eine geharniſchte Leiche aus den Fluthen empor, brachten ſie an's Land und erkannten den Schenk an ſeinen Wunden, deren jede das Gedächtniß einer kühnen Waſſenthat erneuerte. Noch die Leiche des einſt ſo gefürchteten Condottiere koſtete man⸗ chem Nymweger das Leben. Sie wurde geviertheilt und das Haupt an einem Pfahl über dem St. Antonsthore aufgeſteckt. Ergrimmt über dieſe Schmach, machten. die Kriegsleute, die unter Schenk gedient hatten, auf die Nymweger Jagd und opferten jeden derſelben, der ihnen in die Hände fiel, erbarmungslos den beſchimpften Manen des Todten zur Sühne. Da ließ denn end⸗ lich der Marquis von Varrambon Schenks irdiſche Reſte in eine Kiſte legen und in einem Thurme aufbewahren, bis nach Verlauf von zwei Jahren Prinz Moritz die Stadt eroberte und die Leiche mit kriegeriſchem Pomp in der Kirche vor dem Hochaltar beſtatten ließ, wo die Gebeine der alten Herzoge von Geldern ruhten.

Zwei Monate nach Schenks Tode ſtarb durch einen leidigen Zufall,(nämlich bei Unterſuchung neuerfundener Geſchütze, wo⸗