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Bonn hätten retten können, wenn ſie ſeinem Rath gefolgt wären Er ſtand ſogar ſchon im Begriffe, aus Unmuth die Dienſte der Republik wieder zu verlaſſen, als die Spanier im Juni ſein Schloß Blienbeck eroberten. Da erwachte ſein Haß gegen die Letzteren aufs Neue. Er verproviantirte Rheinberg, welches von ihnen belagert wurde und ſich erſt im Februar 1590 dem Grafen Karl von Mansfeld ergab. Im Auguſt unternahm Schenk einen Anſchlag, um Nymwegen, wo er mit einigen Bürgern im Einvernehmen ſtand, den Spaniern durch einen Ue⸗ berfall zu entreißen. In der Nacht auf den 10. Auguſt brachte er ſeine Truppen in 25 Schiffen auf der Waal von der Schen⸗
kenſchanze her vor Nymwegen, während ſeine Reiter ſich
dieſer Stadt zu Lande näherten. Raſch wird das St. Antons⸗ thor eingeſtoßen und ein unfernſtehendes Haus erbrochen, wo man eben Hochzeit hält. Durch dies Haus dachte Schenk auf den Markt zu dringen. Doch die frohe Feier wird ihm zum Ver⸗ derben. Kaum ſtürmen die wilden ungebetenen Gäſte in's hochzeitliche Haus, ſo entfliehen die gebetenen, und eilen durch die Straßen mit dem Rufe:„Der Feind, der Feind!“ Da greift die Beſatzung, da greifen die Bürger zu den Waffen. Ein hef⸗ tiger Kampf bricht los. Vergeblich vertheidigen ſich Schenk und ſeine Schaaren. Das Hochzeithaus, welches er einge⸗ nommen, wird beſchoſſen, wird gewonnen; von Schrecken er⸗ faßt, denken ſeine Krieger endlich nur an Rückzug und Rettung. Von den Feinden verfolgt, drängen ſie in wilder Haſt zum Thore hinaus, ans ſchmale Ufer, nach den Schiffen. Schon hat der reiſſende Strom mehre derſelben fortgetrieben; um ſo eiliger ſpringen jetzt die Soldaten im Gefecht mit den verfol⸗ genden Feinden an Bord der übrigen, welche die Ueberzahl nicht faſſen können. Mehr als ein Schiff wird von der Laſt der Flüchtlinge in den Grund hinabgezogen. Vergeblich will Schenk,


