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rätherei der Letzteren wurde aber entdeckt und Mansfelds Anſchlag dadurch vereitelt. Dagegen drangen die königlichen Truppen in den Bommeler⸗Waard ein, belagerten und eroberten im Auguſt das Schloß Heel. Doch Prinz Moritz, welcher die Gegend nicht verließ, zwang Mansfeld plötzlich, die Belagerung der Voorner Schanze aufzuheben. Mansfeld wollte nun mit ſeinen Truppen über die Waal ſetzen, und geradesweges auf Utrecht losrücken. Groß war dadurch die Gefahr für Holland, als dieſelbe unerwartet durch die Feinde ſelbſt abgewendet wurde. Ein ſpaniſches Regiment, das des Oberſten Leva, weigerte ſich nämlich, über die Waal zu ſetzen, bevor es ſeine Soldrückſtände erhalten habe. Vergeblich ſuchte Mans⸗ feld den Meutern durch Gewaltmaßregeln zu imponiren. Nur noch mehr erbittert, ſchoſſen ſie auf den Feldherrn und laut ſcholl das Geſchrei:„Es lebe der König, fort mit der ſchlechten Re⸗ gierung!“ Nicht blos wirkliche Noth der unbezahlten Truppen (eine Folge ihres ſchwelgeriſchen Lebens) ſondern auch insbeſon⸗ dere die Eiferſucht der Spanier gegen die Italiener war der Grund der Meuterei. Dieſe Eiferſucht wurzelte auch in den Herzen der höhergeſtellten Spanier gegen den Herzog von Parma, als Italiener; der Herzog von Paſtrana und der Prinz von Ascoli, ſeine erbitterten Feinde, waren es, welche jene Meuterei angeſtiftet hatten. Die empörten Truppen zogen hierauf nach Grave zurück. Das Regiment Leva wurde in der Folge ſchimpflich aufgelöst, und die Soldaten in andre Regimenter vertheilt. Heusden blieb bis in den Ok⸗ tober 1589 belagert, um welche Zeit die Feinde endlich ab⸗ zogen..
Inzwiſchen hatte auch der kühne Martin Schenk nicht gefeiert. Zwar grollte er, ſeit der Uebergabe Bonns an die königliche Parthei, den Staaten, welche nach ſeiner Meinung


