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Sieges zu begeiſtern. Sie half nichts; zum Unglück für die Feinde flog eine Mine auf, welche ſie gegen den Thurm am Brüſſlerthor gegraben hatten, und richtete eine gräßliche Ver⸗ heerung unter ihnen an. Trotzdem wollte Farneſe den Sturm fortſetzen, bis ihn endlich Serbelloni's Vorſtellungen und Bitten von dieſem Entſchluß abbrachten. Er befahl den Rückzug und erkannte ſeinen großen Verluſt, ſah erſchüttert die vielen Leichen, die zahlreichen Verſtümmelten und wandelte ſorglich von Einem zum Andern, erkundigte ſich nach jedem Einzelnen, gab jedem Troſt und Theilnahme.
Sah nun Farneſe jetzt auch ein, daß er ſeine Hoffnung, Maaſtricht raſch zu überwältigen, aufgeben mußte, ſo ver⸗ mochte ihn doch der erſte ungünſtige Erfolg keineswegs dazu, ſeinen Plan überhaupt aufzugeben. Die Belagerungskunſt, in welcher er die gründlichſten Kenntniſſe beſaß, wollte er jetzt anwenden, um ſeinen Zweck zu erreichen, durch Minen die Werke Maaſtrichts ſprengen, und die ganze Stadt mit einer Cirkumvallationslinie einſchließen. Vor dem Brüſſler Thore ließ er eine ebene Schanze aufwerfen, hoch genug, um von derſelben, über das Ravelin hinweg, mitten in die„große Straße“ der Stadt ſchießen zu können. Es gelang, nachdem 22 Minen geſprengt waren; das Ravelin wurde erobert; aber hinter demſelben ſahen die Spanier neue Werke der Belagerer. Auch dieſe mußten erſtürmt werden. Ein breiter und tiefer Graben lag jedoch vor ihnen, und, um das Geſchütz hinüber zu bringen, mußte eine Brücke geſchlagen werden. Auch die Kühnſten im ſpaniſchen Heere verzweifelten an dem Gelingen eines ſolchen Wageſtückes; denn unabläſſig donnerten die feind⸗ lichen Geſchütze wider ſie. Da ergriff Farneſe ſelbſt Schaufel und Hacke und eilte den Soldaten voran; begeiſtert folgten dieſe nun ſeinem Beiſpiel. Das Leben hatte in dieſem Moment für
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