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er endlich ankam, fand er bereits alle Zugänge durch Farneſe beſetzt. Raſch wollte dieſer die Stadt erobern; eine langwierige Belagerung lag außer ſeinem Plan; aber die Tapferkeit der Vertheidiger zwang ihn, länger, als er im Anfang gedacht hatte, vor den Mauern zu liegen. Den erſten Angriff richtete er, nach dem Rathe des Herrn von Hierges, gegen das Brüſſler Thor, welches man für das ſchwächſte hielt. Aber als die Mauern, vom dichten Hagel der Kugeln getroffen, an ein⸗ zelnen Stellen zuſammenſtürzten, entdeckten die Belagerer hinter denſelben einen Erdwall mit Streichwehren und Graben. Nun ließ Farneſe die Stadt an der Seite des Hoogterthores heftig beſchießen, und, als ſich zwei Breſchen boten, befahl er am 9. April, zu ſtürmen. Mit wildem Eifer rannten die Spanier gegen das Herzogenbuſcher und gegen das Brüſſler Thor. Die Söhne der edelſten Geſchlechter Italiens ſtanden an der Spitze der narbenvollen Veteranen, um unter Farneſes Fahnen Ruhm oder Tod zu gewinnen. Aber größere Kraft gab der Trieb, Herd und Heimath zu beſchützen, den Belagerten. Wäh⸗ rend die Krieger auf den Wällen mit Büchſen, Lanzen und Schwertern die anſtürmenden Feinde empfingen, und die Ge⸗ ſchütze Kugeln, Ketten, Nägel in deren Reihen ſchleuderten, goſſen die Frauen Flammen auf ſie hinab und im Schweiß des Angeſichts droſchen die rüſtigen Bauern mit geſchwungenen Flegeln ſtatt des Korns Köpfe und Arme der nahen Feinde. Da ſank die Blüthe des welſchen Adels dahin; aber unbeirrt, unermattet, ja noch mehr erhitzt durch den Widerſtand, dringen die Belagerer, vom Tode umſaust, fechtend voran und plötzlich erſcholl der begeiſternde Ruf:„Sieg und San Jago! das Re⸗ giment Lombardei iſt ſchon in der Stadt! Das Regiment Liga und die Wallonen haben das Brüſſler Thor!“ Das Siegesge⸗ ſchrei war eine Liſt, um die Stürmenden zur Erringung des


