geändert; ja ſelbſt der Grundgedanke:„alle Provinzen ſollen nur wie eine ſein,“ wurde ſpäterhin durch mannigfache Gegen⸗ ſätze der frei ſich bewegenden Elemente des Staatslebens in den Hintergrund gedrängt. Aber die Union ſelbſt blieb, was ſie anfangs war, das Fundament des neuen Staats⸗ körpers und zugleich der ſcharfe Eckſtein der nördlichen Na⸗ tionalität wider die ſüdliche.
Nicht alle Bevollmächtigten der genannten Provinzen waren an jenem Tage, da die Unionsakte unterzeichnet wurde, zuge⸗ gen.*) Graf Johann von Naſſau unterſchrieb ſie zuerſt, dann thaten es vier Bevollmächtigte der Ritterſchaft von Geldern und Zütphen, hierauf die von Holland, Seeland, Utrecht und den Gröninger Umlanden. Die Stadt Gröningen hatte keinen Bevollmächtigten geſchickt; die alte Spannung zwiſchen ihr und den Umlanden wirkte noch immer fort und hielt ſie zurück. Auch einzelne Städte der betreffenden Provinzen machten noch lange manche Klauſeln und Schwierigkeiten, bis ſie vollſtändig beitraten, ſo Briel und das Land Voorne, die, wiewohl mit Holland und Seeland vereinigt, doch als eigene Landſchaft für ſich angezeichnet ſein wollten, ſo Rotterdam, das ſich anfangs gegen eine Verei⸗ nigung mit dem Adel von Geldern und Zütphen ſträubte, ſo die Ritterſchaft des Nymwegenſchen Quartiers und der Stadt Nymwegen, ſo die Bevollmächtigten der Ritterſchaft und der Städte des Arnheim'ſchen Quartiers, ſo Venloo in Geldern, ſo endlich auch mehre frieſiſche Städte nebſt dem Statthalter Rennenberg. Over⸗Yſſel weigerte ſich ganz und gar, der Union beizutreten, aus dem Grunde, weil man das Land erſt des Kriegsvolks entlaſten müſſe. Doch alle
*) Vergl.„Byvoegsels en aanmerkingen voor het 7de deel der vader- landsche Historie van Wagenaer.


