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war ihr Mißvergnügen über die letzten, gegen die katholiſche Religion gerichteten Exzeſſe zu Gent und über den jüngſten Vergleich, welchen Oranien dort geſchloſſen hatte.
Indeſſen hatte Oranien fruchtlos die dringendſten Briefe nach Gent geſchrieben und St. Aldegonde dahin geſchickt, um die Bevölkerung zur Annahme des Religionsfriedens zu beſtimmen; fruchtlos hatte die Königin Eliſabeth durch ihren Geſandten Davidſon die Genter ermahnt, die Vorſchläge Oraniens anzunehmen, wozu ſelbſt Ryhove hinneigte. Hem⸗ byze mit der mächtigen Weberzunft bildete die Oppoſition, welche den Religionsfrieden ſo lange nicht annehmen wollte, bis die Glaubensfreiheit auch den 17 Provinzen zugeſtanden ſei. Da entſchloß ſich Oranien, ſelbſt nach Gent zu reiſen,
der Verdacht, welcher ſich regte, als ob er bei dieſen Exzeſſen
ſogar heimlich die Hand im Spiele hätte, beflügelte ſeine Schritte; nicht bloß ſeine Grundſätze, ſondern auch ſeine Ehre forderten ihn jetzt auf, einen ſo ſchmählichen Verdacht durch die That zu widerlegen. Am 2. Dezember traf er, in Begleitung ſeines Bruders, des Grafen Johann, zu Gent ein, und am 4. ver⸗ ſammelte er den Magiſtrat auf dem Rathhauſe. Die Stimme der Vernunft drang endlich gegen die tumultuariſche demokratiſch⸗ proteſtantiſche Oppoſition durch, und am 16. Dezember 1578 brachte Oranien einen Vergleich zu Stande, welcher am 27. publicirt wurde. Dem zufolge erlangten die katholiſchen Geiſtlichen,(mit Ausſchluß der vier Bettelorden) den Be⸗ ſitz ihrer Güter wieder und beide Konfeſſionen theilten ſich in die Kirchen, wiewohl ſich die Katholiken aller öffentlichen Prozeſſionen enthalten mußten.*) Dieſer Ver⸗
*) Einige Tage zuvor hatte der Abt von St. Peter von dem Erzherzog
Matthias den Befehl erlangt, der Zerſtörung ſeiner Abtei, womit Jan van der Laer beſchäftigt war, ein Ziel zu ſetzen; Jan Lan der


