Damrak), an deſſen Ufer Schiffe bereitſtehen; zwiſchen den Soldaten werden die Magiſtratsperſonen, die Geiſtlichen und Mönche durchgeführt und in die Schiffe gebracht, während der Pöbel wüthend ſchreit:„Zum Galgen mit ihnen, an den ſie ſo manchen ehrlichen Mann gebracht haben!“ Der erſte Schultheiß Heinrich Dirkszoon, einer der grimmigſten Ketzerverfolger, erwartete auch ſelbſt kein gelinderes Loos; doch man ſchonte ſeines Lebens, ſo wie deſſen der Uebrigen, und begnügte ſich mit ihrer Verbannung. Die ganze Revolution hatte keinen Tropfen Bluts gekoſtet; auch fiel kein Exzeß vor, als daß der Pöbel in das Franziskanerkloſter einbrach und die Altäre und Bilder zertrümmerte. Die Proteſtanten bezogen die Wachen und die drei„Schutteryen“ erklärten am folgenden Tage die bisherige Regierung ihres Eides und Dienſtes für ledig. Erſt am dritten Tage wurde die Wahl einer neuen ſtädtiſchen Obrigkeit vorge⸗ nommen. Durch Stimmenmehrheit wurden ſechsunddreißig Mitglieder der Schutteryen zu Wahlmännern erkoren; dieſe verſammelten ſich auf dem Rathhauſe und erwählten vier neue Bürgermeiſter,(worunter Wilhelm Bardes und Dirk Janszoon Graaf), neue Schöffen und Vroedſchappen. Einige Wochen ſpäter wurden dann auf obrigkeitlichen Befehl die Bilder aus den Kirchen geſchafft, und zuerſt die ſogenannte„alte“, dann auch die ſogenannte„neue“ Kirche dem reformirten Gottesdienſt übergeben. Die Lutheraner und Mennoniten durften gleichfalls ihren Gottesdienſt ohne Störung in der Stadt abhalten. Die Katholiken hingegen durften es nur heimlich, und ſelbſt dieſe Erlaubniß ſchien einigen unerbittlich ſtrengen Kalviniſten ſchon allzugroße Nachſicht zu ſein.
Nicht ſo unblutig, wie zu Amſterdam, bemeiſterten ſich die Proteſtanten zu Haarlem drei Tage ſpäter der dortigen Kirche. Die dortige Beſatzung, welche aus Reformirten beſtand, voll⸗


