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Worms. Die Generalſtaaten ſandten den gewandten Staats⸗ mann St. Aldegonde nebſt mehren andern Bevollmächtigten dahin, um die Reichsfürſten zu thätiger Unterſtützung zu bewe⸗ gen. St. Aldegonde entwickelte denſelben am 7. Mai in einer meiſterhaften Rede die Gründe dafür, ſchilderte die Noth der Niederlande, wies auf die alte Verbindung der Niederlande mit dem deutſchen Reiche und auf die Ge⸗
fahren hin, welche dieſem ſelbſt durch die Spanier drohten,
ſprach ſein volles Vertrauen auf die Theilnahme der deutſchen Nation aus und ließ die Bitte verlauten:„Don Juan möge mit der Reichsacht belegt und den deutſchen Oberſten und Haupt⸗
leuten möchten fernere Kriegsdienſte unter deſſen Fahnen verboten
werden.“ Don Juans Geſandte, welche ſich gleichfalls auf dem Reichstag befanden, wußten jedoch den Eindruck der Rede St. Aldegondes durch Gegengründe zu entkräften, ſo daß ſich das ganze Reſultat bloß auf einen Verſuch zur Friedensvermitt⸗ lung beſchränkte. Bald ſahen ſich die Staaten auch von engli⸗ ſcher Seite her dahin gedrängt. Der kaiſerliche Geſandte, Graf Otto von Schwarzburg, erſchien deßhalb abermals in den Niederlanden, und ſuchte ſpäterhin, wie auch die engliſchen Geſandten, wenigſtens einen Waffenſtillſtand oder eine Vermin⸗ derung der Truppen(ſowohl bei den Staaten als bei Don Juan) zu erwirken. Doch es war vergeblich.
Immer gewaltiger hatte ſich inzwiſchen die Kraft des reli⸗ giöſen Moments zeregt, immer gefährlicher an dem jungen Werke der Eintracht gerüttelt. Der Fanatismus entblätterte die zarte Blüte des Vertrauens und es ſchien, als wolle er nicht eher ruhen, als bis er dieſe wunderbare Heilpflanze völlig ent⸗ wurzelt habe. Die Reaktion ging diesmal von dem Kalvi⸗ nismus aus, in welchem die Leidenſchaften der in ihre Hei⸗ math zurückgekehrten Religionsflüchtlinge jetzt ihren Mittelpunkt


