Teil eines Werkes 
1. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 1. Band (1841) Von der Ankunft Alba's in den Niederlanden bis zum Tode Don Juan's von Oesterreich : 1567-1578 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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die verſprochenen Hülfstruppen zurückhielt und die Staaten dage⸗ gen mit Geld unterſtützte, wofür der Pfalzgraf Johann Ka⸗ ſimir Soldaten auwerben ſollte. Was nun anderſeits eine Verbindung mit Frankreich betraf, ſo hatte der Herzog von Anjou bereits kurz nach Don Juans und Farneſes Sieg bei Gemblours den Generalſtaaten ſeine Hülfe angeboten. In ſeinem Manifeſt kam unter andern wohlklingenden Redensarten auch die folgende vor, welche auch in ſpäterer Zeit noch nachhallte: Frankreich ſei durch ſeine Nachbarſchaft mit den belgiſchen Provinzen allzuinnig verbunden, als daß es denſelben ſeine Protektion vorenthalten könne. Eigentlich aber beabſichtigte Frankreich, das Unglück und die Verwirrung der Niederlande zur eigenen Vergrößerung zu benützen. Bei der damaligen allgemeinen Beſtürzung verfehlte Anjous Anerbieten einen gün⸗ ſtigen Eindruck nicht. Zwei Herrn vom Adel waren deßhalb nach Frankreich geſandt worden, um ſich mit Anjou näher zu verſtändigen. Auc, in dieſer Angelegenheit trat das religiöſe Moment bedeutſam hervor, wie wir ſchon früher angedeutet haben. Die katholiſchen Mitglieder der Staatenverſammlung beſorgten von dem Einfluß des proteſtantiſchen Pfalzgrafen ein Uebergewicht des Proteſtantismus; deßhalb ſchloſſen ſie ſich mit lebhafterer Sympathie an den Herzog von Anjou, als an einen Katholiken, und ſandten drei Bevollmächtigte, worunter den Grafen von Lalaing, zu einer Zuſammenkunft mit Anjous Abgeordneten in St. Guilain. Von Bedingungen war dabei faſt nicht die Rede; die Niederländer ſprachen bloß im Allgemeinen die Zuverſicht aus, daß man Anjou mit off⸗ nen Armen in den Niederlanden empfangen würde; worauf Dieſer Truppen an den Gränzen von Hennegau zuſammenzog, und ſich zu einem Einfall vorbereitete. Eine dritte Ausſicht rich⸗ tete ſich im Mai 1578 auf den deutſchen Reichstag zu