Teil eines Werkes 
1. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 1. Band (1841) Von der Ankunft Alba's in den Niederlanden bis zum Tode Don Juan's von Oesterreich : 1567-1578 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

drig ſei. Die Staaten, wiewohl bis dahin dem Frieden nicht ganz abgeneigt, ſahen ſich nun genöthigt, vielmehr ihre Heeres⸗ macht mit aller Anſtrengung zu verſtärken. Zu dieſem Ende wurden bedeutende Schatzungen erhoben, und Holland und Seeland, welche bisher ſeit dem Beginn des Krieges mit Don Juan mit Bewilligung Oraniens von den gemeinſamen Laſten befreit geweſen waren, öffneten jetzt ihre Finanzen ſo reichlich, als ob der ganze Krieg ſie allein beträfe.

Obwohl man ſich nun mit aller Macht rüſtete, ſo ſchien es doch zugleich wichtig, auch fremde Hülfe in Anſpruch zu nehmen, beſonders da Don Juan im Mai wieder einige Fortſchritte machte. Die Feſtung Philippeville ging nämlich an ihn über, und Alexander Farneſe bemeiſterte ſich Lim⸗ burgs, des Schloſſes Valkenburg und des Städtchens Dalheim. In Bezug auf eine ausländiſche Hülfe dauerte indeſſen die alte Rivalität zwiſchen England und Frankreich noch fort; denn Eliſabeth behauptete ihre frühere Politik, in⸗ dem ſie zwar bereit war, die Niederlande zu unterſtützen,(und wohl auch geneigt, einige Plätze in Holland und Seeland für ſich zu gewinnen,) allein dabei einen offenen Bruch mit Spanien vermeiden wollte. So hatte ſie den Staaten ſchon im Januar eine Hülfe von 1000 Reitern und 4000 Mann zu Fuß verſpro⸗ chen und ihnen ein Anleihen von 100,000 Pfund Sterling bei der Londoner Bürgerſchaft auf ein Jahr bewilligt, wogegen ſich die Staaten verbanden, der Königin im Fall eines feindlichen Angriffes durch Don Juan mit 40 Kriegsſchiffen beizuſtehen. Spanien gegenüber nahm jedoch Eliſabeth für ihre Unter⸗ ſtützung der Niederlande den Vorwand: ſie bezwecke bloß, eine Verbindung derſelben mit Frankreich zu verhindern. Wiewohl nun weder Philipp noch Don Juan dieſer Verſicherung Glauben ſchenkten, ſo trieb Eliſabeth ihre Vorſicht doch ſo weit, daß ſie