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ſperrt; unbeſchreibliche Beſtürzung herrſcht in ganz Gent. Die beiden Demagogen verſichern ſich hierauf der öffentlichen Kaſſen und theilen die oberſte Gewalt; Ryhove übernimmt das Kriegsweſen, Hembyze die politiſche Organiſation. Er läßt ſich an die Spitze der Schöffen ſtellen, ſtürzt die bisherige Verfaſſung um und richtet mit wahrer Genialität eine republi⸗ kaniſche ein. Achtzehn Männer, von ſeiner und Ryhoves Parthei werden zu Repräſentanten der Republik, zu Volks⸗ tribunen, erwählt und erhalten die ausübende Gewalt. Die zwei und fünfzig Zünfte und außerdem die der Weber erhalten ihre Fahnen und alten Privilegien wieder und erwählen nach altem Brauch aufs Neue ihre Dechanten(„Doyens,“ „Dekens“), dieſe den Großdechant; die bewaffnete Bürger⸗ ſchaft einen Kriegsrath. Aus dieſen Elementen wird die geſetzgebende Gewalt zuſammengeſetzt.
Die Nachricht von der Revolution in Gent erfüllte ſowohl die allgemeinen Staaten als den Prinzen von Oranien mit Schrecken. Inzwiſchen ſuchten die Demagogen in Gent durch verſchiedene Mittel auf die öffentliche Meinung zu wirken. So ließen ſie, unter dem angeblichen Namen der Edlen, Notablen und Gemeinde zu Gent, eine Schrift in Druck verbreiten, worin die Gefangenen beſchuldigt wurden, daß ſie Oranien von ſeiner Stelle als Ruwaard hätten verdrängen, einen neuen Staats⸗ rath aus ihrer Parthei zuſammenſetzen, Kriegsvolk nach Gent bringen wollen, und dergleichen mehr. Auch ließen die Dema⸗ gogen einen untergeſchobenen Brief des Rathes Heſſels an den Grafen Roeux verbreiten, worin jener angeblich ſchrieb:„man müſſe die Verhandlungen mit Don Juan fortſetzen, um den
„ſchändlichen Ketzer“(Oranien)„mit ſeinem ganzen Anhang zu
verderben,“ eine Sprache, die allerdings eines Mitglieds des weiland Blutrathes, wie Heſſels, würdig geweſen wäre. So


