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Durften ſie dem Feinde dadurch wohl das Geheimniß ihrer Un⸗ einigkeit verrathen? Auch Oranien war durchaus gegen die Zurückſchickung des Erzherzogs; dagegen drang er vorſichtig dar⸗ auf, daß man dieſen, bevor man ihn als Generalſtatthalter anerkenne, Bedingungen unterzeichnen laſſe, durch welche die Freiheit der Niederlande garantirt werde. Nachdem die Staaten dieſes beſchloſſen hatten, begab ſich Mat⸗ thias auf ihre Einladung von Lier, wo er ſich bis jetzt auf⸗ gehalten hatte, nach Antwerpen, wurde dort am 21. Novem⸗ ber 1577 von Oranien bewillkommnet und erwartete ebendaſelbſt die Reſolution der Staaten.
Inzwiſchen ereigneten ſich in Gent Vorfälle, welche die Verwickelung der Verhältniſſe plötzlich zu zerreißen ſchienen, aber eigentlich den Knoten noch feſter zuſammenzogen. Während nämlich der belgiſche Adel die Regierung ausſchließlich für ſich zu erringen trachtete, trug in Gent plötzlich das demokra⸗ tiſche Prinzip den Sieg davon. Die Revolution, deren es dazu bedurft hatte, lähmte alle Unternehmungen des Herzogs von Aerſchot, dieſes Hauptes der belgiſchen Adelsparthei, und ließ dadurch dem Prinzen von Oranien gerade ſo lang freien Spielraum, als er nöthig hatte, um durch dieſelbe Ma⸗ ſchine, deren ſich ſeine Feinde zu bedienen gehofft hatten, nämlich durch den Erzherzog Matthias, für das gemeine Beſte des Landes zu wirken und eine Verſöhnung mit Spanien, dieſe Hoffnung mancher ſchwächeren Gemüther, ſchwieriger zu machen als bisher. Der Herzog von Aerſchot hatte nämlich ſeine Statthalterſchaft über Flandern angetreten, und am 23. Ok⸗ tober 1577 mit großem Pomp ſeinen Einzug in Gent gehalten. Nicht blos die Generalſtaaten, ſondern auch die Biſchöfe von Brügge, Jpern, der Statthalter des walloniſchen Theils von Flandern, faſt alle Gouverneurs der Städte und die Häupter


