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lern, dem Herzog von Anjou und dem Pfalzgrafen Johann Kaſimir zuvorzukommen. Sie beauftragten deß⸗ halb den Herrn van Malſteede, den Erzherzog in Wien für den Plan zu gewinnen und zur augenblicklichen Abreiſe in die Niederlande zu bewegen. Matthias war dazu bereit. Er ver⸗ ließ am 2. Oktober Wien ohne Vorwiſſen ſeines kaiſerlichen Bruders(wie dieſer wenigſtens öffentlich verſicherte, obgleich niemand daran glaubte,) und reiſte eilig nach Brabant. Die Adelsparthei, welche ihn berufen hatte, beabſichtigte, ihn mit Hülfe des Heeres der Staaten zu Termonde in ihre Gewalt zu bringen, um dann in ſeinem Namen regieren zu können. Aber dieſer Plan mißglückte dadurch, daß die meiſten Befehlshaber aus Treue gegen Oranien ihre Mitwirkung zu einem Unter⸗ nehmen verweigerten, deſſen Anſtifter dem Prinzen mißgünſtig waren. Die nächſte Folge jenes wichtigen Schrittes war die, daß die Partheiungen jetzt bei weitem ſchärfer hervortraten. Einige waren nämlich überhaupt dadurch verletzt, daß man einen fremden Herrn iw's Land berufen hatte; Andere glaubten, we⸗ gen der Nachbarſchaft Frankreichs würde ſich der gleichfalls ka⸗ tholiſche Herzog von Anjou beſſer für die dem Erzherzog über⸗ tragene Würde eignen. Der Einfluß des auf Frankreich fort⸗ während eiferſüchtigen Englands machte ſich für den proteſtantiſchen Pfalzgrafen Johann Kaſimir geltend; und endlich gab es auch noch eine Naithei, welche die Wiederanknüpfung von Ver⸗ handlungen mit Don Juan wünſchte. So wurde die Eintracht unverantwortlich zerriſſen, von welcher ſämmtliche Niederlande (nördliche wie ſüdliche) unter den dam naligen Umſtänden allein Heil zu erwarten hatten.
Die Staaten überlegten iedoch, wie höchſt unſchicklich es ſein würde, den Erzherzog unverrichteter Dinge zurüͤck zu ſchicken. Mußten ſie ſich dadurch nicht vor allen Mächten kompromittiren?


