Niederlanden gegenüber auftreten; und die Folge davon war, daß die ganze Gehäſſigkeit der ſpaniſchen Politik anfangs auf ihn allein zurückfallen mußte.
Wie übrigens Albas Benehmen den König bei den Nieder⸗ ländern immer verhaßter machte, ſo trugen auch wieder die Kreaturen Albas, deren Willkühr dieſer, eben auch wie ein abſoluter Fürſt, einen großen Spielraum gönnte, zum Theil aus raſendem Egoismus, zum Theil aus dem Grunde der alten Erbitterung zwiſchen Spaniern und Niederländern, unend⸗ lich viel dazu bei, daß alle Einzelnen für den jedesmal beſon⸗ ders motivirten Grimm gegen die Fremdherrſchaft in dem Namen Albas gar bald den Brennpunkt des allgemeinen Fluches fanden. Das größte Verbrechen, welches Alba gegen die Niederlande, gegen die Menſchheit beging, indem er die Politik ſeines Monarchen ſtreng befolgte, war das, daß er grauſam war aus Politik. Er beſtrafte das Geſchehene nicht bloß, weil es geſchehen, ſondern, um zugleich die kräftig⸗ ſten Nerven der Nation zu durchſchneiden; er glaubte die Letztere ruiniren zu müſſen, um für das Syſtem des Königs den alten Boden urbar zu machen; er mordete,(abgeſehen davon, daß ſeine Kreaturen ſich von den eingezogenen Gütern der Hingerichteten bereicherten), um durch den Schrecken die Menge zu überraſchen und niederzubeugen, um ſeinen mili⸗ täriſchen Operationen Nachdruck zu geben, um ſich während derſelben den Rücken ſicher zu halten.
Vollkommen rechtfertigte Alba ſeinen Feldherrnruf, indem er den militäriſchen Theil der geheimen Inſtruktion ausführte. So begann er ungeſäumt, in den wichtigſten Städten der Pro⸗ vinzen Citadellen zu erbauen. Sein nächſter Zweck dabei war: zuvörderſt jene Städte, in welchen er die freien Regungen der durch Wohlſtand mächtigen oder durch Zerrüttung deſſelben


