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Trotz der Perſönlichkeit gegen die Autorität den Monarchen unangenehm berühren mußte, ſo lange die erſtere, bei Alba's Aufenthalt am Hofe, mit ihm in der Nähe zuſammentraf, ſo vertraute Philipp dagegen um ſo mehr, daß ſich Alba eben durch ſeine Perſönlichkeit am Beſten für die Ausführung des neuen Syſtemes in den Niederlanden eignen würde; und um ſo mehr glaubte ſich Philipp II. auf Alba, wie auf ſich ſelbſt, verlaſſen zu können, da dieſer Letztere die religiöſe Grund⸗ Anſicht des Monarchen vollkommen theilte. Für den mili⸗ täriſchen Theil des Centraliſationsſyſtems war zugleich wohl ſchwerlich jemand zu finden, der ſich durch Erfahrungen und Kriegskunſt ſo ſehr dafür eignete, wie Alba, und ſelbſt deſſen ariſtokratiſcher Stolz konnte dem König, nach ſeinem Da⸗ fürhalten, in den Niederlanden inſofern nur von Vortheil ſein, da, bei der alten Spannung zwiſchen den niederländiſchen und ſpaniſchen Großen, Alba ſeinem Stolz ungeſtört durch Demüthi⸗ gung und Vernichtung der niederländiſchen Ariſtokratie genügen konnte, welches Letztere ja in Philipps Plane lag.
Mit der ausgedehnteſten, ja mit einer faſt unbegränzten Vollmacht des Monarchen befand ſich Alba in den Niederlanden. Ein Beweis, wie feſt Philipp II. überzeugt war, daß ſein neuer Statthalter ganz in ſeinem Geiſte handeln würde, ſind die Blankets, die er demſelben zu beliebiger Verfügung mit⸗ gab,— eine Pandorabüchſe, deren verderbenreicher Inhalt vorzugsweiſe für den niederländiſchen Adel beſtimmt war. Aber, indem Alba ſowohl mit den religiöſen als mit den poli⸗ tiſchen Anſichten ſeines Gebieters vollkommen einverſtanden war, ging er noch einen Schritt weiter als dieſer; oder vielmehr: die gewaltigen Verhältniſſe und ſein eigener Stolz riſſen ihn dazu fort. Er wollte nicht bloß als Philipps II. Werkzeug erſcheinen, ſondern, ſelbſt im Nimbus eines Souverains, den


