Teil eines Werkes 
1. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 1. Band (1841) Von der Ankunft Alba's in den Niederlanden bis zum Tode Don Juan's von Oesterreich : 1567-1578 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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zu halten ſuchte, ſo ſehr er jeden Einzelnen zu lenken wähnte, ſo beweiſt doch gerade der Aufſtand in den Niederlanden, wie wenig unabhängig er, wenigſtens im Anfang, gerade von jenem Diener ſein konnte, welcher gewiß am Meiſten in ſeinem Geiſte handelte.

Mit Philipps II. Ueberzeugung von ſeiner Pflicht gegen den Katholicismus traf übrigens zugleich das Intereſſe ſeiner Politik zuſammen. In dieſer zeigte ſich deutlich das Cen⸗ traliſations⸗Streben eines abſolut⸗monarchiſchen Prinzips, wie nach außen zu vergrößernd, ſo nach innen zu, im Umfange der ihm untergebenen Länder, die Provin⸗ zialrechte ausgleichend, oder vielmehr: verwiſchend. Seine Politik war nur national für Spanien, das Land ſei⸗ ner Liebe, den Kern ſeiner Macht, für Spanien, wo ſcch ſelbſt der Stolz der Majeſtät vor den heiligen Schrecken der Inquiſi⸗ tion beugte. Durchaus antinational war ſie für die Niederlande. Der größte Mißgriff Philipps war der, daß er die freien Pulsſchläge des niederländiſchen Lebens nach jenen des ſpaniſchen bemaß und in gleichen Takt mit dieſem bringen wollte. Er dachte wohl nicht mehr an ſeinen Vater Karl V., wie dieſer in St. Juſt tiefſinnig und verzweifelnd vor den bei⸗ den Uhren ſtand.

In jener geheimen Inſtruction, welche Philipp II. dem Herzoge von Alba mitgegeben hatte, und welche der Letztere Margarethen von Parma, auf ihre Anfrage, zu paſſender Zeit und Gelegenheit mitzutheilen verſprach, drückte gleich der erſte Punkt ziemlich deutlich und entſchieden die Abſicht aus, ſämmt⸗ liche niederländiſche Provinzen in ein Königreich zu verſchmelzen, deſſen Hauptſtadt Brüſſel ſein ſollte, etwa in der Art, wie Paris das Centrum Frankreichs bilde. Wenn man nun bedenkt, ſeit wie verhältnißmäßig kurzer Zeit