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Nation, welche meiſtens in Glaubenskämpfen geſtählt worden war, daß ihn ſchon ein tiefeingewurzelter Drang übelverſtandener Nitterpflicht dazu trieb, Andersgläubige durch Kampf zu ſeiner eigenen religiöſen Ueberzeugung zu bringen, oder ſie— im Falle des Widerſtrebens— derſelben zu opfern. Als König fühlte Philipp 1I. dieſe Verpflichtung in einem noch höheren Grade; dazu glaubte er Weihe und Salbung erhalten zu haben; die Sache des Katholicismus wähnte er einſt vor Gott verantworten zu müſſen; und ſo trat er, ein gekrönter Ritter, für denſelben in die Schranken. Uebrigens war ſein Ritterdienſt eigener Art. Er ſelbſt war kein Feldherr; aber er beſaß ſolche, und die tapferſten Heere dazu. Von ſeinem einſamen Kabinet aus leitete er, mit der Feder in der Hand, mit der unerſchüt⸗ terlichen Konſequenz im Herzen, jene großen Feldzüge zur Aufrechterhaltung und Ausbreitung ſeiner Religion, welche er nicht bloß durch Waffen, ſondern auch durch Richterſprüche und Henkerbeile führte. Das Weſentliche, die Gewalt nämlich, blieb freilich hierbei daſſelbe. Die neue Welt lieferte ihm dafür ihre Schätze, und überdieß ſollten ihm die ſogenannten Ketzer ſelbſt die Ausrottung der Ketzerei bezahlen helfen,— ein Sy⸗ ſtem, welches wir in den Niederlanden in ſeinem ganzen furchtbaren Umfang entfaltet ſehen. Eben darin erkennen wir aber zugleich bereits das erſte leiſe Anzeichen der Vergeltung, welche Philipps II. kühnen Wahn dadurch ſtraft, daß er von ſeinen Maßregeln keine Früchte erleben ſoll. Genauer betrach⸗ tet, iſt es die Willkühr der Vollſtrecker, welche den Spuren der Willkühr des despotiſchen Gebieters folgt. Immer untergräbt der Egoismus der Diener unwiſſentlich das Gebäude der Ty⸗ rannei, welches ſie aufführen helfen ſollen. So ſcharfblickend Philipp II. alle ſeine Diener prüfend überwachte, ſo ſorgſam und klug er ſtets den Einen von ihnen durch den Andern in Schach


