Teil eines Werkes 
3. Theil (1822)
Entstehung
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Mit heißen Thraͤnen begruͤßte ich den hoͤchſten, heiligſten Feyertag des weiblichen Lebens. Gluͤckwuͤnſchend trat die Mutter in meine ſtille Kammer, ich ſank ſchluchzend an ihren Hals. Mein Innerſtes war aufgelöſ't, mein Herz gluͤhte in dem Wonnerauſche der befluͤgelten Andacht, ich fuͤhlte mich zum En⸗ gel geworden und gluͤcklich! Freundinnen kamen, die Braut zu bekraͤnzen, aus jedem Blicke ſprachen Wuͤnſche, jede Lippe hatte heut ein ſuͤßes Wort, jedes Auge eine Thraͤ⸗ ne, tauſend Segen das Mutterherz fuͤr mich. Da ſtand ich endlich mit der Myrte im Haar, im Gefuͤhle meiner jungfraͤulichen Wuͤrde, gefaͤrbt von der Gluth der Empfin⸗ dung, geſchmeichelt von ſuͤßen, ahnungvol⸗ len Schauern, von ſeltſamen Eindruͤcken er⸗ hoben, ganz Religion, ganz Liebe, ein freu⸗

diges, freywilliges Opfer. Selbſt Julchen

fand mich verwandelt, die Freundinnen aller⸗