Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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Caglioſtvo ſpielte damals eine Rolle in Frankreich, die viel Aufſehen erregte; unter Dem, was von dieſem ſonderbaren Mann erzaͤhlt wurde, fand Schiller Manches brauchbar fuͤr einen Roman, und es entſtand die Idee zum Geiſterſeher. Es lag durchaus keine wahre Geſchichte zum Grunde, ſon⸗ dern Schiller, der nie einer geheimen Geſellſchaft angehoͤrte, wollte bloß in dieſer Gattung ſeine Kraͤfte verſuchen. Das Werk wurde ihm verleidet und blieb unbeendigt, als aus den Anſragen, die er von mehrern Seiten erhielt, hervorzugehen ſchien, daß er bloß die Neugierde des Publikums auf die Bege⸗ benheit gereizt haͤtte. Sein Zweck war eine höhere Wirkung geweſen.

Das Jahr 1787 fuͤhrte ihn nach Weimar. Goͤthe war damals in Italien, aber von Wieland und Herder wurde Schiller mit Wohlge⸗ fallen aufgenommen. Herder war fuͤr ihn aͤußerſt anziehend, aber die väͤterliche Zuneigung, mit der ihm Wieland zuvorkam, wirkte noch in einem hoͤheren Grade auf Schillers Empfaͤnglichkeit. Er ſchrieb damals an einen Freund:

Wir werden ſchoͤne Stunden haben. Wieland iſt jung, wenn er

liebt.

Ein ſolches genaueres Verhaͤltniß gab Anlaß, daß Schiller zu einer fortgeſetzten Theilnahme am deutſchen Mercur aufgeſordert wurde. Die Idee, dieſer Zeitſchrift durch ihn eine ſriſchere und jugendlichere Geſtalt zu geben, war fuͤr Wieland ſehr erſreulich. Schiller ließ es nicht an Thaͤtig⸗ keit fehlen und lieſerte die Goͤtter Griechenlands, die Künſtler⸗ ein Fragment der niederlaͤndiſchen Geſchichte, die Briefe uͤber Don Carlos und einige andere proſaiſche Auſſaͤtze fuͤr die Jahrgaͤnge des Mercur von 1788 und 1789, die uͤberhaupt zu den reichhaltigſten gehoͤrten und zugleich durch Beitraͤge von Goͤthe, Kant, Herder und Rein hold ſich auszeichneten.

Noch im Jahre 1787 wurde Schiller von der Dame in Meiningen, die ihn, nach ſeiner Entfernung von Stuttgart, mit ſo vieler Guͤte aufgenommen hatte, zu einem Beſuche eingeladen. Auf dieſer Reiſe, die er aus inniger Dankbarkeit und Hochſchaͤtzung unternahm, verweilte er auch mit vieler An⸗ nehmlichkeit in Rudolſtadt, machte dort intereſſante Bekanntſchaften und ſah zuerſt ſeine nachherige Gattin. Fraͤulein von Lengefeld.

Einige Wochen waren nach ſeiner Zuruͤckkunft von dieſer Reiſe vergangen, als er an einen Freund ſchrieb:

Ich bedarf eines Mediums, durch das ich die andern Freuden genieße, Freundſchaft, Geſchmack, Wahrheit und Schoͤnheit werden mehr auf mich wirken, wenn eine ununterbio hene Reihe ſeiner wohlthaͤtiger haͤuslicher Empfindungen mich ſur die Freude ſtimmt und mein erſtarrtes Weſen wieder durchwaͤrmt. Ich bin bis jetzt, ein iſolirter fremder Menſch, in der