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der eine Aufloͤſung der Diſſonanzen dieſes Trauerſpiels enthalten ſollte. Auch entſtand damals bei ihm die Idee, Shakeſpeares Macbeth und Timon fuͤr die deutſche Buͤhne zu bearbeiten. Aber Don Carlos war es endlich, wofuͤr er ſich beſtimmte, und einige Scenen davon erſchienen im erſten Heſte der Thalia.
Die Vorleſung dieſer Scenen an dem landgraͤflich heſſen⸗darmſtaͤdtiſchen Hofe gab Gelegenheit, daß Schiller dem dabei gegenwaͤrtigen regierenden Herzoge von Sachſen⸗Weimar bekannt und von ihm zum Rath ernannt wurde. Dieſe Auszeichnung von einem Fuͤrſten, der mit den Muſen ver⸗ traut und nur an das Vortreffliche gewoͤhnt war, mußte Schillern zur großen Aufmunterung gereichen und hatte ſpaͤterhin fuͤr ihn die wichtigſten Folgen.
Im Maͤrz des Jahres 1785 kam er nach Leipzig. Hier erwarteten ihn Freunde, die er durch ſeine fruͤheren Producte gewonnen hatte, und die er in einer gluͤcklichen Stimmung ſand. Unter dieſen Freunden war auch der zu fruͤh verſtorbene Huber. Schiller ſelbſt wurde auſgeheitert und verlebte einige Monate des Sommers zu Golis, einem Dorſe bei Leipzig, in einem froͤhlichen Cirkel. Das Lied an die Freude wurde damals gedichtet.
Mit dem Ende des Sommers 1785 begann Schillers Auſfenthalt in Dresden und dauerte bis zum Julius 1787. Don Carlos wurde hier nicht bloß geendigt, ſondern erhielt auch eine ganz neue Geſtalt. Schiller bereuete oft, einzelne Scenen in der Thalia bekannt gemacht zu haben, ehe das Ganze vollendet war. Er ſelbſt hatte während dieſer Arbeit betraͤchtliche Fortſchritte gemacht, ſeine Forderungen waren ſtrenger geworden, und der anſaͤngliche Plan befriedigte ihn eben ſo wenig, als die Manier der Ausfuͤhrung in den erſten gedruckten Scenen.
Der Entwurf zu einem Schauſpiel: der Menſchenfeind, und einige davon vorhandene Scenen gehoͤren auch in dieſe Periode. Von kleinern Ge⸗ dichten erſchienen damals nur wenige. Schiller war theils zu ſehr mit der Fortſetzung ſeiner Zeitſchrift beſchaͤftigt, theils war in ihm der Wunſch rege geworden, durch irgend eine Thaͤtigkeit außerhalb des Gebietes der Dichtkunſt ſich eine unabhaͤngige Exiſtenz zu gruͤnden. Er ſchwankte einige Zeit zwiſchen Medicin und Geſchichte und waͤhlte endlich die Letzte. Die hiſtoriſchen Vor⸗ arbeiten zum Don Carlos hatten ihn auf einen reichhaltigen Stoff aufmerkſam gemacht, den Abfall der Niederlande unter Philipp dem Zweiten. Zur Behandlung dieſes Stoffes fing er daher an, Materialien zu ſammeln. Auch beſchloß er damals. Geſchichten der merkwuͤrdigſten Re⸗ volutionen und Verſchwoͤrungen herauszugeben, wovon aber nur ein Theil erſchien, der von Schiller ſelbſt etwas mit enthaͤlt.


