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Geheimen⸗Raͤthin von Wollzogen, deren wohlwollender Aufnahme er ſeine Verbindung mit ihren Sdͤhnen, die mit ihm in Stuttgart ſtudirt hatten, verdankte. Sorglos und ungeſtoͤrt widmete er ſich hier ganz ſeinen poetiſchen Arbeiten. Die Fruͤchte ſeiner Thaͤtigkeit waren: die Verſchwoͤrung des Fiesco, ein ſchon in Stuttgart waͤhrend des Arreſts angefangenes Werk, Cabale und Liebe und die erſten Ideen zum Don Carlos. Im September 1783 verließ er endlich dieſen Aufenthalt, um ſich nach Mann⸗ heim zu begeben, wo er mit dem dortigen Theater in genauere Verbin⸗ dung trat.
Es war in Schillers Charakter, bei jedem Eintritte in neue Verhaͤltniſſe ſich ſogleich mit Planen einer vielumfaſſenden Wirkſamkeit zu beſchaͤftigen. Mit welchem Ernſte er die dramatiſche Kunſt betrieb, ergibt ſich aus ſeiner Vorrede zur erſten Ausgabe der Raͤuber, aus dem Aufſatze uͤber das gegen⸗ waͤrtige deutſche Theater in dem wuͤrttemb. Repertorium und aus einer im erſten Hefte der Thalia eingeruckten Vorleſung über die Frage: Was kann eine gute ſtehende Schaubuͤhne wirken? In Mannheim hoffte er viel für das hoͤhere Intereſſe der Kunſt. Er war Mitglied der damaligen churpfaͤlziſchen deutſchen Geſellſchaft geworden, ſah ſich von Maͤnnern um⸗ geben, von denen er eine kraͤftige Mitwirkung erwartete, und entwarf einen Plan, dem Theater in Mannheim durch eine dramaturgiſche Geſellſchaft eine groͤßere Vollkommenheit zu geben. Dieſer Gedanke kam nicht zur Aurſüh⸗ rung; aber Schiller verſuchte wenigſtens allein fuͤr dieſen Zweck etwas zu leiſten und beſtimmte dazu einen Theil der periodiſchen Schrift, die er im Jahre 1784 unter dem Titel: Rheiniſche Thalia, unternahm. In der
Ankuͤndigung dieſer Zeitſchrift wirft er ſich mit jugendlichem Vertrauen dem
Publikum in die Arme. Seine Worte ſind folgende:
„Alle meine Verbindungen ſind nunmehr aufgeloͤst. Das Publikum iſt „mir jetzt Alles, mein Studium, mein Souverain, mein Vertrauter. Ihm „allein gehoͤre ich jetzt an. Vor dieſem und keinem andern Tribunal werde „ich mich ſtellen. Dieſes nur fürcht' ich und verehr' ich. Etwas Großes „wandelt mich an bei der Vorſtellung, keine andere Feſſel zu tragen, als „den Ausſpruch der Welt— an keinen andern Thron mehr zu appelliren⸗ „als an die menſchliche Seele.— Den Schriftſteller uͤberhuͤpfe die Nach⸗ „welt, der nicht mehr war, als ſeine Werke— und gern geſtehe ich, daß „bei Herausgabe dieſer Thalia meine vorzuͤgliche Abſicht war, zwiſchen dem „Publikum und mir ein Band der Freundſchaft zu knuͤpfen.“
Unter die dramatiſchen Stoffe, mit denen ſich Schiller waͤhrend ſeines Aufenthaltes in Franken und Mannheim abwech ſelnd beſchaͤftigte, gehoͤrte die Geſchichte Konradins von Schwaben und ein zweiter Theil der Roͤuber,
Schillers ſaͤmmtl. Werke, XII. 27


