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unter dem Titel: Wuͤrttembergiſches Repertorium der Litera⸗ tur herauszugeben, zu deren erſten Stuͤcken er einige Aufſaͤtze, als: uͤber das gegenwaͤrtige deutſche Theater; der Spaziergangunter den Linden; eine großmuͤthige Handlungaus der neueſten Geſchichte, und verſchiedene Recenſionen, vorzuͤglich eine ſehr ſirenge und aus⸗ kuͤhrliche uͤber die Raͤuber, lieferte. Indeſſen gab es noch einen Ausweg, um jenes Verbot ruͤckgaͤngig zu machen, wozu aber Schiller ſich nicht entſchließen konnte.
In ſpaͤtern Jahren erzoͤhlte er ſelbſt, wie ein glaubwuͤrdiger Mann be⸗ zeugt, daß es nicht ſeine Beſchaͤftigung mit Poeſie uͤberhaupt, ſondern ſeine beſondere Art zu dichten war, was damals die Unzufriedenheit des Herzogs erregte. Als ein vielſeitig gebildeter Fuͤrſt achtete der Herzog jede Gattung von Kunſt und haͤtte gern geſehen daß auch ein vorzuͤglicher Dichter aus der Karlsſchule hervorgegangen waͤre. Aber in Schillers Producten fand er haͤu⸗ fige Verſtoße gegen den beſſern Geſchmack. Gleichwohl gab er ihn nicht auf, ließ ihn vielmehr zu ſich kommen, warnte ihn auf eine vaͤterliche Art, wobei Schiller nicht ungeruͤhrt bleiben konnte, und verlangte bloß, daß er ihm alle ſeine poetiſchen Producte zeigen ſollte. Dies einzugehen, war Schillern un⸗ moͤglich, und ſeine Weigerung wurde natuͤrlicher Weiſe nicht wohl aufgenom⸗ men. Es ſcheint jedoch, daß bei dem Herzoge auch nachher noch ein gewiſſes Intereſſe fuͤr Schillern uͤbrig blieb. Wenigſtens wurden keine ſirenge Maßre⸗ geln gegen ihn gebraucht, als er ſpaͤter ſich heimlich von Stuttgart entſernte, und dieſer Schritt hatte fuͤr ſeinen Vater keine nachtheilige Folgen. Auch durfte Schiller nachher im Jahr 1793, als der Herzog noch lebte, eine Reiſe in ſein Vaterland und zu ſeinen Eltern wagen, ohne daß dieſe Zuſammen⸗ kunft auf irgend eine Art geſtoͤrt wurde.
Die Auffuͤhrung der Raͤuber in Mannheim, wo die Schauſpielkunſt da⸗ mals auf einer hohen Stuſe ſtand, und beſonders Ifflands Darſtellung des Franz Moor, hatte auf Schillern begeiſternd gewirkt. Seine dortige Aufnahme verſprach ihm ein ſchoͤnes poetiſches Leben, deſſen Reiz er nicht widerſtehen konnte. Aber gleichwohl wuͤnſchte er Stuttgart nur mit Erlaub⸗ niß des Herzogs zu verlaſſen. Dieſe Erlaubniß hoffte er durch den Freiherrn von Dalberg auszuwirken, und ſeine Briefe an ihn enthalten mehrmalige dringende Geſuche um eine ſolche Verwendung. Aber es mochten Schwierig⸗ keiten eintreten, ſeine Bitte zu erfuͤllen; ſeine Ungeduld wuchs, er entſchloß ſich zur Flucht und waͤhlte dazu den Zeitpunkt im October 1782, da in Stutt⸗ garr Alles mit den Feierlichkeiten beſchaͤftigt war, die durch die Ankunſt des damaligen Großfuͤrſten Paul veranlaßt wurden.
Unter ſremdem Namen ging er nach Franken und lebte dort beinahe ein Jahr in der Naͤhe von Meinungen zu Bauerbach, einem Gute der Frau


