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werden ſoll, ſo muß dieſe Simplicität als ein Werk der Frei⸗ heit, nicht der Nothwendigkeit, erſcheinen; es muß diejenige Natur ſeyn, mit der der moraliſche Menſch endigt, nicht diejenige, mit der der phyſiſche beginnt. Will uns alſo der Dichter aus dem Gedränge der Welt in ſeine Einſamkeit nachziehen, ſo muß es nicht Bedürfniß der Abſpannung, ſon⸗ dern der Anſpannung, nicht Verlangen nach Ruhe, ſondern nach Harmonie ſeyn, was ihm die Kunſt verleidet und die Natur liebenswürdig macht; nicht, weil die moraliſche Welt ſeinem theoretiſchen, ſondern, weil ſie ſeinem praktiſchen Ver⸗ mögen widerſtreitet, muß er ſich nach einem Tibur umſehen und zu der lebloſen Schöpfung flüchten.
Dazu wird nun freilich etwas mehr erfordert, als bloß die duͤrftige Geſchicklichkeit, die Natur mit der Kunſt in Contraſt zu ſetzen, die oft das ganze Talent der Idyllendichter iſt. Ein mit der höchſten Schönheit vertrautes Herz gehört dazu, jene Einfalt der Emfindungen mitten unter allen Ein⸗ flüſſen der raffinirteſten Cultur zu bewahren, ohne welche ſie durchaus keine Würde hat. Dieſes Herz aber verrath ſich durch eine Fülle, die es auch in der anſpruchloſeſten Form verbirgt, durch einen Adel, den es auch in die Spiele der Imagination und der Laune legt, durch eine Disciplin, wo⸗ durch es ſich auch in ſeinem rühmlichſten Siege zügelt, durch eine nie entweihte Keuſchheit der Gefühle; es verräth ſich durch die unwiderſtehliche und wahrhaft magiſche Gewalt, womit es uns an ſich zieht, uns feſthält und gleichſam nöthigt, uns unſrer eignen Würde zu erinnern, indem wir der ſeini⸗ gen huldigen.
Hr. M. hat ſeinen Anſpruch auf dieſen Titel auf eine Art beurkundet, die auch dem ſtrengſten Richter Genüge thun muß. Wer eine Fantaſie, wie ſein Elyſium(S. 34)


