Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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componiren kann, Der iſt als ein Eingeweihter in die inner⸗ ſten Geheimniſſe der poetiſchen Kunſt und als ein Jünger der wahren Schönheit gerechtfertigt. Ein vertrauter Umgang mit der Natur und mit claſſiſchen Muſtern hat ſeinen Geiſt genährt, ſeinen Geſchmack gereinigt, ſeine ſittliche Grazie bewahrt; eine geläuterte heitere Menſchlichkeit beſeelt ſeine Dichtungen, und rein, wie ſie auf der ſpiegelnden Flaͤche des Waſſers liegen, malen ſich die ſchönen Naturbilder in der ruhigen Klarheit ſeines Geiſtes. Durchgängig bemerkt man in ſeinen Producten eine Wahl, eine Züchtigung, eine Strenge des Dichters gegen ſich ſelbſt, ein nie ermüdendes Beſtreben nach einem Maximum von Schönheit. Schon Vieles hat er geleiſtet, und wir dürfen hoffen, daß er ſeine Gränzen noch nicht erreicht hat. Nur von ihm wird es abhaͤngen, jetzt endlich, nachdem er in beſcheidenern Kreiſen ſeine Schwingen verſucht hat, einen höhern Flug zu nehmen, in die anmuthi⸗ gen Formen ſeiner Einbildungskraft und in die Muſik ſeiner Sprache einen tiefen Sinn einzukleiden, zu ſeinen Land⸗ ſchaften nun auch Figuren zu erfinden und auf dieſen reizen⸗ den Grund handelnde Menſchheit aufzutragen. Beſcheidenes Mißtrauen zu ſich ſelbſt iſt zwar immer das Kennzeichen des wahren Talents, aber auch der Muth ſteht ihm gut an; und, ſo ſchön es iſt, wenn der Beſieger des Python den furchtbaren Bogen mit der Leyer vertauſcht, ſo einen großen Anblick gibt es, wenn ein Achill im Kreiſe theſſaliſcher Jungfrauen ſich zum Helden aufrichtet.