Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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kommen von dem kalten Dichter, nicht von dem überſtrömen⸗ den, der Gegenwart ganz hingegebenen Gefühl. Iſt das Herz des Dichters ganz bei ſeinem Gegenſtande, ſo kann er ſich unmöglich davon reißen, um ſich bald auf den Aetna, bald nach Tibur, bald nach dem Golf bei Neapel u. ſ. w. zu verſetzen und dieſe Gegenſtände nicht etwa bloß flüchtig anzudeuren, ſondern ſich dabei zu verweilen. Zwar bewundern wir darin die Pracht ſeines Pinſels, aber wir werden davon geblendet, nicht erquickt; eine einfache Darſtellung wurde von ungleich größerer Wirkung geweſen ſeyn. So viele veränderte Decorationen zerſtreuen endlich das Gemüth ſo ſehr, daß, wenn nun auch der Dichter zu dem Hauptgegenſtand zuruͤck⸗ kehrt, unſer Intereſſe an demſelben verſchwunden iſt. Anſtatt ſolches aufs Neue zu beleben, ſchwächt er es noch mehr durch den ziemlich tiefen Fall beim Schluß des Gedichts, der gegen den Schwung, mit dem er anfangs aufflog, und worin er ſich ſo lang zu erhalten wußte, gar auffallend abſticht. Hr. M. hat mit dieſem Gedicht ſchon die dritte Veraͤnderung vorge⸗ nommen und dadurch, wie wir fuͤrchten, eine vierte nur deſto nöthiger gemacht. Gerade die vielerlei Gemuthsſtimmungen, denen er darauf Einfluß gab, haben dem Geiſt, der es an⸗ fangs dictirte, Gewalt angethan, und durch eine zu reiche Ausſtattung hat es viel von dem wahren Gehalt, der nur in der Simplicität liegt, verloren.

Wenn wir Hrn. M. als einen vortrefflichen Dichter land⸗ ſchaftlicher Scenen charakteriſirten, ſo ſind wir darum weit entfernt, ihm mit dieſer Sphare zugleich ſeine Gränzen an⸗ zuweiſen. Auch ſchon in dieſer kleinen Sammlung erſcheint ſein Dichtergenie mit völlig gleichem Glück auf ſehr verſchie⸗ denen Feldern. In derjenigen Gattung, welche freie Fictionen der Einbildungskraft behandelt, hat er ſich mit großem Erfolg