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Auf der Flut
Stirbt die Glut; Schon erblaßt der Abenſchimmer An der hohen Waldburg Truͤmmer.
Vollmondſchein
Deckt den Hain; Geiſterliſpel wehn im Thale Um verſunkne Heldenmale.
Man verſtehe uns nicht ſo, als ob es bloß der glückliche Versbau waͤre, was dieſem Lied eine ſo muſikaliſche Wirkung gibt. Der metriſche Wohllaut unterſtutzt und erhöht zwar allerdings dieſe Wirkung, aber er macht ſie nicht allein aus. Es iſt die glückliche Zuſammenſtellung der Bilder, die liebliche Stetigkeit in ihrer Sueceſſion; es iſt die Modulation und die ſchöne Haltung des Ganzen, wodurch es Ausdruck einer beſtimmten Empfindungsweiſe, alſo Seelengemaͤlde wird.
Einen ähnlichen Eindruck, wiewohl von ganz verſchiede⸗ nem Inhalt, erweckt auch der Alpenwanderer S. 61 und die Mpenreiſe S. 66: zwei Compoſitionen, welche mit der ge⸗ lungenſten Darſtellung der Natur noch den mannigfaltigſten Ausdruck von Empfindungen verknüpfen. Man glaubt einen Tonkünſtler zu hören, der verſuchen will, wie weit ſeine Macht über unſre Gefuͤhle reicht; und dazu iſt eine Wande⸗ rung durch die Alpen, wo das Große mit dem Schönen, das Grauenvolle mit dem Lachenden ſo überraſchend abwechſelt, ungemein glücklich gewählt.
Endlich finden ſich unter dieſen Landſchaft⸗Gemäalden mehrere, die uns durch einen gewiſſen Geiſt oder Ideenaus⸗ druck rühren, wie gleich das erſte der ganzen Sammlung, der Genferſee, in deſſen prachtvollem Eingange uns der Sieg des Lebens über das Lebloſe, der Form über die geſtaltloſe


