Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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Ob wir gleich dieſe Bilder nur nach einander in die Einbildungskraft aufnehmen, ſo verknupfen ſie ſich doch ohne Schwierigkeit in eine Totalvorſtellung, weil eines das andere unterſtützt und gleichſam nothwendig macht. Etwas ſchwerer ſchon wird uns die Zuſammenfaſſung in der naͤchſtfolgenden Strophe, wo jene Stetigkeit weniger beobachtet iſt.

In Gold verfließt der Berggehoͤlze Saum;

Die Wieſenflur, beſchneit von Bluͤthenflocken, Haucht Wohlgeruͤche; Zephyr athmet kaum;

Vom Jura ſchallt der Klang der Heerdenglocken.

Von dem vergoldeten Saum der Berge können wir uns nicht ohne einen Sprung auf die blühende und duftende Wieſe verſetzen; und dieſer Sprung wird dadurch noch fühlbarer, daß wir auch einen andern Sinn ins Spiel ſetzen müſſen. Wie glücklich aber nun gleich wieder die folgende Strophe:

Der Fiſcher ſingt im Kahne, der gemach Im rothen Widerſchein zum Ufer gleitet, Wo der bemoosten Eiche Schattendach Die netzumhangne Wohnung uͤberbreitet.

Zeigt ihm die Natur ſelbſt keine Bewegung, ſo entlehnt der Dichter dieſe auch wohl von der Einbildungskraft und bevölkert die ſtille Welt mit geiſtigen Weſen, die im Nebelduft ſtreifen und im Schimmer des Mondlichts ihre Täͤnze halten. Oder es ſind auch die Geſtalten der Vorzeit, die in ſeiner Erinnerung aufwachen und in die veroͤdete Landſchaft ein künſtliches Leben bringen. Dergleichen Aſſociationen bieten ſich ihm aber keineswegs willkürlich an; ſie entſtehen gleich⸗ ſam nothwendig entweder aus dem Locale der Landſchaft oder aus der Empfindungsart, welche durch jene Landſchaft in ihm erweckt wird. Sie ſind zwar nur eine ſubjective Begleitung