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zu herrſchen weiß. Alle einzelne Partien in denſelben finden ſich nach einem Geſetz der Nothwendigkeit zuſammen; nichts iſt willkuürlich herbeigeführt, und der generiſche Charakter dieſer Naturgeſtalten iſt mit dem glücklichſten Blick ergriffen. Daher wird es unſerer Imagination ſo ungemein leicht, ihm zu folgen; wir glauben die Natur ſelbſt zu ſehen, und es iſt uns, als ob wir uns bloß der Reminiscenz gehabter Vorſtellungen überließen. Auch auf die Mittel verſteht er ſich vollkommen, ſeinen Darſtellungen Leben und Sinnlichkeit zu geben, und kennt vortrefflich ſowohl die Vortheile als die natürlichen Schranken ſeiner Kunſt. Der Dichter nämlich befindet ſich bei Compoſitionen dieſer Art immer in einem gewiſſen Nach⸗ theil gegen den Maler, weil ein großer Theil des Effects auf dem ſimultanen Eindruck des Ganzen beruht, das er doch nicht anders als ſucceſſiv in der Einbildungskraft des Leſers zuſammenſetzen kann. Seine Sache iſt nicht ſowohl, uns zu repräſentiren, was iſt, als, was geſchieht; und, verſteht er ſeinen Vortheil, ſo wird er ſich immer nur an denjenigen Theil ſeines Gegenſtandes halten, der einer genetiſchen Dar⸗ ſtellung faͤhig iſt. Die landſchaftliche Natur iſt ein auf Einmal gegebenes Ganze von Erſcheinungen und in dieſer Hinſicht dem Maler günſtiger; ſie iſt aber dabei auch ein ſucceſſiv gegebenes Ganze, weil ſie in einem beſtändigen Wechſel iſt, und begünſtigt inſofern den Dichter. Hr. M. hat ſich mit vieler Beurtheilung nach dieſem Unterſchied gerichtet. Sein Object iſt immer mehr das Mannigfaltige in der Zeit als das im Raume, mehr die bewegte als die feſte und ruhende Natur. Vor unſern Augen entwickelt ſich ihr immer wech⸗ ſelndes Drama, und mit der reizendſten Stetigkeit laufen ihre Erſcheinungen in einander. Welches Leben, welche Bewegung findet ſich z. B. in dem lieblichen Mondſcheingemalde S. 85.


