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Der Tonſetzer und der Landſchaftmaler bewirken Dieſes bloß durch die Form ihrer Darſtellung und ſtimmen bloß das Gemüth zu einer gewiſſen Empfindungsart und zur Aufnahme gewiſſer Ideen; aber, einen Inhalt dazu zu finden, überlaſſen ſie der Einbildungskraft des Zuhörers und Betrachters. Der Dichter hingegen hat noch einen Vortheil mehr: er kann jenen Empfindungen einen Text unterlegen, er kann jene Symbolik der Einbildungskraft zugleich durch den Inhalt unterſtützen und ihr eine beſtimmtere Richtung geben. Aber er vergeſſe nicht, daß ſeine Einmiſchung in dieſes Geſchaͤft ihre Gränzen hat. Andeuten mag er jene Ideen, anſpielen jene Empfin⸗ dungen; doch ausführen ſoll er ſie nicht ſelbſt, nicht der Ein⸗ bildungskraft ſeines Leſers vorgreifen. Jede naͤhere Beſtim⸗ mung wird hier als eine läſtige Schranke empfunden: denn eben darin liegt das Anziehende ſolcher äſthetiſchen Ideen, daß wir in den Inhalt derſelben wie in eine grundloſe Tiefe blicken. Der wirkliche und ausdruͤckliche Gehalt, den der Dichter hineinlegt, bleibt ſtets eine endliche, der mögliche Gehalt, den er uns hineinzulegen uͤberläßt, iſt eine unendliche Größe.
Wir haben dieſen weiten Weg nicht genommen, um uns von unſerm Dichter zu entfernen, ſondern, um demſelben näher zu kommen. Jene dreierlei Erforderniſſe landſchaftlicher Darſtellungen, welche wir ſo eben namhaft gemacht haben, vereinigt Hr. M. in den mehreſten ſeiner Schilderungen. Sie gefallen uns durch ihre Wahrheit und Anſchaulichkeit; ſie ziehen uns an durch ihre muſikaliſche Schoͤnheit; ſie beſchaͤf⸗ tigen uns durch den Geiſt, der darin athmet.
Sehen wir bloß auf treue Nachahmung der Natur in ſeinen Landſchaftgemälden, ſo müſſen wir die Kunſt bewundern, womit er unſere Einbildungskraft zu Darſtellung dieſer Scenen
aufzufordern und, ohne ihr die Freiheit zu rauben, über ſie


