Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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durch keine innere Nothwendigkeit lenken kann, ſo muß er es entweder durch eine äußere lenken, und dann iſt es nicht mehr unſere Wirkung; oder er wird es gar nicht lenken, und dann iſt es nicht mehr ſeine Wirkung; und doch muß ſchlech⸗ terdings Beides beiſammen ſeyn, wenn ein Werk poetiſch heißen ſoll.

Daher mag es kommen, daß ſich bei den weiſen Alten die Poeſie ſowohl als die bildende Kunſt nur im Kreiſe der Menſchheit aufhielten, weil ihnen nur die Erſcheinungen an dem(äußern und innern) Menſchen dieſe Geſetzmäßigkeit zu enthalten ſchienen. Einem unterrichtetern Verſtand, als der unſrige iſt, mögen die uͤbrigen Naturweſen vielleicht eine ahnliche zeigen; für unſere Erfahrung aber zeigen ſie ſie nicht, und der Willkür iſt ſchon ein ſehr weites Feld geöffnet. Das Reich beſtimmter Formen geht über den thieriſchen Körper und das menſchliche Herz nicht hinaus: daher nur in dieſen Beiden ein Ideal kann aufgeſtellt werden. Ueber dem Men⸗ ſchen(als Erſcheinung) gibt es kein Object für die Kunſt mehr, obgleich für die Wiſſenſchaft, denn das Gebiet der Einbildungskraft iſt hier zu Ende. Unter dem Menſchen gibt es kein Object für die ſchöne Kunſt mehr, obgleich für die an⸗ genehme, denn das Reich der Nothwendigkeit iſt hier geſchloſſen.

Wenn die bisher aufgeſtellten Grundſätze die richtigen ſind(welches wir dem Urtheil der Kunſtverſtändigen anheim ſrellen), ſo läßt ſich, wie es bei dem erſten Anblicke ſcheint, für landſchaftliche Darſtellungen wenig Gutes daraus folgern, und es wird ziemlich zweifelhaft, ob die Erwerbung dieſer weitlaufigen Provinz als eine wahre Gränzerweiterung der ſchönen Kunſt betrachtet werden kann. In demjenigen Natur⸗ bezirke, worin der Landſchaftmaler und Landſchaftdichter ſich aufhalten, verliert ſich ſchon auf eine ſehr merkliche Weiſe