Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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Staate ſo wenig erleichtert wird, fällt die poſitive Geſellſchaft (wie ſchon längſt das Schickſal der meiſten europaͤiſchen Staaten iſt) in einen moraliſchen Naturſtand auseinander, wo die öffentliche Macht nur eine Partei mehr iſt, gehaßt und hin⸗ tergangen von Dem, der ſie noͤthig macht, und nur von Dem, der ſie entbehren kann, geachtet.

Konnte die Menſchheit bei dieſer doppelten Gewalt, die von Innen und Außen auf ſie drückte, wohl eine andre Rich⸗ tung nehmen, als ſie wirklich nahm? Indem der ſpeculative Geiſt im Ideenreich nach unverlierbaren Beſitzungen ſtrebte, mußte er ein Fremdling in der Sinnenwelt werden und über der Form die Materie verlieren. Der Geſchaͤftsgeiſt, in einen einförmigen Kreis von Objecten eingeſchloſſen und in dieſem noch mehr durch Formeln eingeengt, mußte das freie Ganze ſich aus den Augen geruͤckt ſehen und zugleich mit ſeiner Sphäre verarmen. So wie Erſterer verſucht wird, das Wirkliche nach dem Denkbaren zu modeln und die ſub⸗ jectiven Bedingungen ſeine Vorſtellungskraft zu conſtitutiven Geſetzen fuͤr das Daſeyn der Dinge zu erheben, ſo ſtürzte Letzterer in das entgegenſtehende Erxtrem, alle Erfahrung üͤberhaupt nach einem beſondern Fragment von Erfahrung zu ſchätzen und die Regeln ſeines Geſchäfts jedem Geſchäft ohne Unterſchied anpaſſen zu wollen. Der Eine mußte einer leeren Subtilität, der Andere einer pedantiſchen Beſchränktheit zum Raube werden, weil jener füͤr das Einzelne zu hoch, dieſer zu tief fuͤr das Ganze ſtand. Aber das Nachtheilige dieſer Geiſtesrichtung ſchraͤnkte ſich nicht bloß auf das Wiſſen und Hervorbringen ein; es erſtreckte ſich nicht weniger auf das Empfinden und Handeln. Wir wiſſen, daß die Senſibilität des Gemüths ihrem Grade nach von der Lebhaftigkeit, ihrem Umfange nach von dem Reichthum der Einbildungskraft